Emden - Eine endgültige Zahl, wie viele Haushalte genau von den Störungen im Stromnetz vor gut einer Woche betroffen waren, kann der Netzbetreiber EWE zwar nicht benennen, klar ist inzwischen aber, dass von den beiden sekundenlangen Spannungseinbrüchen „alle Haushalte in Ostfriesland betroffen“ waren, schreibt EWE-Sprecher Volker Diebels. „Die Wahrnehmung der Spannungsschwankungen war allerdings recht unterschiedlich.“
Grundsätzlich sei es so gewesen, dass die Wahrnehmung der Störung im Mittelspannungsnetz, die durch das vorgelagerte Hochspannungsnetz des Betreibers Avacon ausgelöst wurde, mit zunehmendem Abstand zum Ort des Geschehens, nämlich Emden, immer weiter abgenommen habe. Dort laufen auch weiterhin die Reparaturarbeiten, wie Avacon-Sprecherin Kirsten Fricke mitteilte. „Wir konnten die Anlage bereits am Samstag eingeschränkt wieder in Betrieb nehmen.“ Vollständig wieder betriebsbereit ist sie aber erst dann, wenn ein Leiterseil ausgetauscht wurde. „Dies ist zurzeit in Planung und soll noch vor Weihnachten geschehen.“
Ursache für Störung
In diesem Zusammenhang erklärte Fricke noch einmal die genaue Ursache für die Störungen im Stromnetz. Durch den Sturm in der vergangenen Woche war eine Absturzsicherung vom Kraftwerksdach auf die Avacon-Anlage gefallen. Dabei seien sogenannte Isolatoren aus Keramik getroffen und beschädigt worden. „An diesen Isolatoren war das Leiterseil befestigt, welches in Folge herabstürzte.“ Bei dem besagten Seil handelt es sich um ein Leiterseil aus Metall, das zur Anbindung eines Kraftwerkstransformators an das Umspannwerk dient.
Um einen solchen Transformator zu versorgen, werden drei Leiterseile benötigt. Diese sind im Normalfall über die Umspannwerks-Anlage gespannt. Fällt ein Seil herab und stürzt auf die Anlage, kommt es zu einem sogenannten allpoligen Kurzschluss, was die Spannungsschwankung in Netz auslöste.
