Leer - Eigentlich ist die Stadt Leer bei der Digitalisierung ganz gut aufgestellt, findet Edgar Behrendt, auch im touristischen Bereich, aber mehr geht immer und manche Detailverknüpfung lässt sich schon noch nachpflegen, so der Stadtsprecher. Aber grundsätzlich sei die Stadt eben schon gut ausgestattet, deutlich besser als es das Ergebnis des Nordsee Reports 2023 erwarten lassen könne. Ähnlich argumentierten auch Norddeich und Greetsiel.
Für die gesamte deutsche Nordseeküste war das Ergebnis der großangelegten Studie mit 7457 Interviews durchwachsen. Fazit der beiden Firmen, Oldenburger Pathfinding AG und der MiiOs Gmbh aus Nürnberg, die die Studie durchführten: Dänemark und die Niederlande laufen der deutschen Nordseeküste den Rang ab. Vor allem bei Digitalisierung, Nachhaltigkeit und den Angeboten für Kinder, Jugendlichen und Familien scheint es Nachholbedarf zu geben. Was sagt die Stadt Leer, die immerhin im vergangenen Jahr auf 268.000 Übernachtungen und rund 2,6 Millionen Tagesgäste gekommen ist?
Digitalisierung
Eine eigene touristische Internetseite, Pressemitteilungen in sozialen Netzwerken und eine Kooperation mit der Touristik GmbH Südliches Ostfriesland, um Übernachtungsmöglichkeiten auf Portalen wie booking.com unterzubringen: Die Stadt Leer hat einige Punkte auf dem digitalen Wunschzettel abgehakt. „Wir sehen uns beim digitalen Service gut aufgestellt“, so das Fazit des Stadtsprechers. Zuletzt haben die Leeraner Stadtwerke als Tochter der Stadt digitale Buchungen von Flusskreuzfahrten ermöglicht. In diesem Bereich generiere die Stadt Wachstum. „Immer mehr Flusskreuzer laufen Leer an.“ Auch bei der Wunderline Go-App hat die Stadt sich beteiligt. Nutzer können entlang von Schienen „die Wunder vor Ort“ entdecken, wirbt der niederländische Betreiber. Abgedeckt wird allerdings nur die 173 Kilometer lange Bahnstrecke zwischen den Städten Groningen und Bremen.
Nachhaltigkeit
Das große Wort Nachhaltigkeit wird in der Ledastadt vor allem mit Umweltschutz und Ressourcenschonung verknüpft – und zugleich als komplexes Thema mit vielen verschiedenen Akteuren gedacht, darunter vor allem auch Gastronomie und Hotellerie. Die Kommune selber digitalisiert viele Marketingmaßnahmen, um Papier zu sparen. So seien Broschüren in verringerter Auflage gedruckt oder würden als pdf verschickt. Wenn Broschüren gedruckt werden müssen, dann verwende die Stadt ausschließlich FSC-zertifiziertes Papier. FSC steht für „Forest Stewardship Council“, einer internationalen Non-Profit-Organisation, die sich der nachhaltigen Forstwirtschaft verschrieben hat und Zertifikate für nachhaltiges Papier ausstellt. Die FSC wurde 1993 gegründet, ihr Hauptsitz befindet sich in Bonn. Auch bei anderen Werbemitteln versuche die Stadt, nach Möglichkeit auf Kunststoff-Produkte zu verzichten.
Familienfreundlichkeit
Wie viele Kinder und Jugendliche in der Ledastadt Urlaub machen, weiß die Stadt nicht. Entsprechende Zahlen lägen nicht vor, so der Stadtsprecher, aber was in Leer im Freizeitbereich möglich ist, weiß Behrendt. Und zählt auf: Lasertag, eine Skateanlage, bowlen, Minigolf, ein Hallenbad. Dazu diverse Veranstaltungen, die sich direkt an Kinder und Jugendliche wenden, etwa von der Stadtbibliothek, sowie Sonderveranstaltungen für die ganze Familie wie „Familie in Bewegung“ und „Sportpicknick“. Dabei gehe es darum, der ganzen Familie niedrigschwellige Bewegungs- und Spielangebote zu unterbreiten. Ausgetragen werden diese Veranstaltungen in den Sporthallen im Stadtgebiet. Weitere Wünsche für zusätzliche Freizeitmöglichkeiten von verschiedenen Gruppen gebe es sicherlich, konkret geplant sei zurzeit aber nichts. Dennoch: „Wir sehen uns in dieser Hinsicht gut aufgestellt.“
