Greetsiel - Wer eine Karte zum Mitfahren ergattern konnte, der durfte sich glücklich schätzen. Denn der traditionelle Kutter-Korso in Greetsiel war schnell ausverkauft. Vielen anderen blieb am Sonnabend nur der Blick auf die Fischerboote vom Kai und den Deichen im Greetsieler Hafen.
Kutter-Korso in Greetsiel.
Werner Jürgens
Kutter-Korso in Greetsiel.
Werner Jürgens
Kutter-Korso in Greetsiel.
Werner Jürgens
Kutter-Korso in Greetsiel.
Werner Jürgens
Kutter-Korso in Greetsiel.
Werner Jürgens
Zog Schaulustige an: Der Kutter-Korso in Greetsiel .
Werner JürgensRund 524 Gäste hatten das Vergnügen, auf einem der Schiffe an Bord gelassen zu werden. Es hätten wohl noch etliche Karten mehr verkauft werden können. Aber in diesem Jahre waren mit 14 Kuttern zwei weniger unterwegs als im vergangenen Jahr. „Die Karten waren binnen kürzester Zeit ausverkauft“, sagte Jakob Jacobsen am Rande der Veranstaltung. Der Erste Vorsitzende des Greetsieler Fremdenverkehrsvereins hatte den Ticketverkauf in gewohnt routinierter Art und Weise gemeinsam mit seiner Frau geregelt, wie immer natürlich auch dieses Mal ehrenamtlich. „Noch um halb sieben heute Morgen, haben Leute bei uns angerufen und nach Karten gefragt“, fügte Ulrike Hitzmann Jacobsen ergänzend hinzu.
Problem bleibt
Aber für die besonders begehrten großen Fahrten, die ins Wattenmeer führten und vier Stunden dauerten, war da nichts zu machen. Immerhin gab es noch drei einstündige Sonderfahrten, in denen es allerdings nur bis zur Schleuse und dann gleich wieder retour in den Hafen ging.
„Wir möchten unseren Gästen und insbesondere den Touristen erklären, wie wir da draußen arbeiten“, erläuterte der Greetsieler und 2. Vorsitzende des Landesfischereiverbandes Weser-Ems Gerold Conradi den Sinn und Zweck des Korsos. Manche Kutter waren nicht bloß mit schicken bunten Fähnchen geschmückt, sondern sie trugen zudem Transparente mit Aufschriften wie „Verbote, Auflagen, Begrenzungen – Es reicht!!!“ oder „Die EU & Umweltschutzorganisationen sorgen für unseren Untergang“. Obwohl das für 2024 geplante Verbot von Grundschleppnetzen vorerst vom Tisch ist, bangen viele Fischer nach wie vor um ihre Existenz.
„Spätestens wenn 2030 Natura-2000 greift, haben wir ein Problem“, prognostizierte Conradi und ging dabei mit den Bürokraten in Brüssel und deren aus Sicht der Fischer kaum nachvollziehbaren Schreibtischentscheidungen hart ins Gericht. „Denen fehlt oft das Fachwissen und die bedenken die Folgen nicht. Wir haben allein in Greetsiel 200 Arbeitsplätze in der Fischindustrie. Hinzukommen die in der Gastronomie und in der ganzen Infrastruktur mit den Schlossereibetrieben, Werften und dergleichen. Außerdem sieht man ja an dem, was heute hier los ist, was für ein Publikumsmagnet wir sind.“
Jede Menge Trubel
Ungeachtet dessen würden die Kapitäne und deren Besatzungen ihre Arbeit grundsätzlich „gerne machen“, so Conradi weiter. Und das wurde auch am Samstag deutlich. Selbst nachdem die Kutter in den Hafen zurückgekehrt waren, herrschte entlang der Deiche und in den umliegenden Cafés, Restaurants und Geschäften immer noch jede Menge Trubel.
Für Stimmung hatte bereits in den Morgenstunden auf der Bühne am Hafen der Norddeicher Shantychor gesorgt. Die beiden niederländischen Shantychöre „De Magellan-Singer“ aus Delfzijl und die „Noszelie Singers“ aus Stadskanaal reihten sich hier nahtlos ein und rundeten die maritime Atmosphäre perfekt ab.
