Emden - Soll Kindern von Mitarbeitern der Emder Krippen und Kindergärten in den Einrichtungen Plätze eingeräumt werden, auch wenn sie gar nicht in der Stadt wohnen? Das hat zumindest die CDU-Fraktion im Emder Rat vorgeschlagen – und ist damit jetzt im Jugendhilfeausschuss an einem deutlichen Veto der anderen Fraktionen sowie der Verwaltung gescheitert. Die Christdemokraten wollten mit ihrem Vorstoß dem herrschenden Fachkräftemangel in den Betreuungseinrichtungen entgegenwirken und die Emder Krippen und Kitas auch für auswärtige Mitarbeiter öffnen.
„Wir haben die Kapazitäten gar nicht“, sagte Fachdienstleiter Kinder und Familie, Jörg Christians, zum Vorstoß der CDU. Die derzeit vorhandenen Betreuungsplätze in den Krippen und Kindertagesstätten würden schon jetzt nicht ausreichen, um den Rechtsanspruch der Emder Familien zu erfüllen. Er sieht daher keine Möglichkeit, nun auch noch wohnortfremde Kinder aufzunehmen. Zudem könne man bei der Vergabe nicht einzelne Berufsgruppen herausstellen oder bevorzugen.
Einige Anfragen
Tatsächlich sind laut Verwaltung zuletzt vereinzelte Anfragen von freien Trägern eingegangen, die sich mit der Aufnahme von „gemeindefremden“ Kindern von Erziehern und Erzieherinnen befasst haben. Doch auch hier hat die Stadt abgelehnt. Vorrangig sei eine Versorgung der in Emden lebenden Kinder. In der Stadt hätten schon jetzt viele Familien Schwierigkeiten, weil sie keinen Betreuungsplatz bekommen haben. Zudem mussten zuletzt zusätzlich Kinder von ukrainischen Flüchtlingen aufgenommen werden. Und: Kinder von außerhalb hätten ja in ihrem Wohnort einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz.
Trotz Rechtsanspruch
Auch der für die Fachbereiche Gesundheit und Soziales und Jugend, Schule und Sport zuständige Stadtrat Volker Grendel betonte vor dem Ausschuss, dass die Verwaltung den Vorschlag nicht aus Kosten- sondern aus Kapazitätsgründen ablehnen muss. Derzeit seien zwischen 80 und 100 Emder Kinder unversorgt, hätten keinen Platz in einer Krippe oder einem Kindergarten abbekommen – und das, obwohl sie einen Rechtsanspruch darauf hätten. Es fehlen einfach die freien Plätze. Das Problem hätten allerdings auch andere Kommunen. Wer also in Emden arbeiten möchte, aber woanders wohnt, muss sich dort um einen Betreuungsplatz für seine Kinder bemühen, so die Stadt.
„Wir müssen erst einmal unsere eigene Betreuungssituation verbessern“, sagte dann auch FDP-Ratsherr Henning Meyer. Ähnlich sieht das auch Abdou Ouedraogo von der Gruppe Grüne feat. Urmel: „Wir sollten auch keine Berufsgruppe privilegieren.“
