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Projekt „Erinnern und Zukunft“ VW-Azubis als Botschafter gegen das Vergessen

Marten Klose
Beim Empfang im Rummel: die Projektbeteiligten mit Oberbürgermeister Tim Kruithoff.

Beim Empfang im Rummel: die Projektbeteiligten mit Oberbürgermeister Tim Kruithoff.

Marten Klose

Emden - Es ist eine Aufgabe, die tiefen Eindruck auf rund 15 Auszubildende der Volkswagen-Werke in Emden, Wolfsburg und Osnabrück hinterlassen hat. Die jungen Menschen haben im Rahmen des Projekts „Auschwitz – Erinnern und Zukunft“ zwei Wochen lang aktiv an der Erhaltung der Gedenkstätte Oświęcim/Auschwitz mitgearbeitet. Organisiert worden war der Arbeitseinsatz vom Volkswagen-Konzern und dem Internationalen Auschwitz-Komitee. Nun sind die Jugendlichen vom Rat der Stadt Emden und Oberbürgermeister Tim Kruithoff zu einer Feierstunde in den Rummel des Rathauses eingeladen worden.

Deutsche und polnische Azubis

Das Projekt, an dem bereits mehr als 3000 deutsche und polnische Auszubildende, Berufsschüler und Führungskräfte teilnahmen, liegt OB Kruithoff und dem Rat ganz offensichtlich sehr am Herzen. Eine gute Stunde nahmen sich Ratsleute und der Verwaltungschef Zeit, um sich von den Jugendlichen über ihre Erfahrungen berichten zu lassen. „Allergrößten Respekt vor der Leistung“, sagte Kruithoff. Und die Schilderungen der Azubis waren tatsächlich eindrücklich. Etwa von Imke Campen (21) aus Norden, die von dem Moment sprach, als sie realisierte, dass sie „mitten in einer Gaskammer steht“. „Erschreckend“, so sagte es Maxi Kaluza (21) aus dem Emder VW-Werk, wie „durchstrukturiert der Massenmord organisiert“ gewesen sei. Die Begegnung mit dem Todeslager sei vor allem auf emotionaler Ebene noch einmal eine ganz andere Erfahrung, als das in der Schule vermittelte, eher faktenbasierte Wissen gewesen, findet Kolja Leidholdt (22). Eine „belastende Arbeit“ fasste der 20-jährige Thade Fleßner aus Rechtsupweg zusammen.

Unter anderem reinigten die Auszubildende Emaille-Töpfe und Schuhe, die einst den Auschwitz-Häftlingen gehörten. Auch bei der Restauration eines Vieh-Waggons, in dem die Menschen – womöglich auch Emder – damals deportiert worden waren, half die Gruppe.

Lebendige Erinnerungskultur

Durch ihre Teilnahme und Arbeit seien die jungen Menschen nicht nur „Botschafter von VW, sondern auch von Deutschland gewesen“ lobte Christoph Heubner, Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz-Komitees. Eine aktive, lebendige Erinnerungskultur zu pflegen, sei „Teil der DNA unserer Stadt“, versicherte Kruithoff und hob in dem Zusammenhang nicht nur die ausgezeichnete Arbeit des Bunkermuseums hervor, sondern auch, dass trotz ruhender Städtepartnerschaft mit Archangelsk nicht der Faden zu den dort lebenden Menschen abreißen würde. Kruithoff: „Es ist nicht der Krieg aller Russen, sondern der Krieg des Regimes.“

Eine klare Haltung zu Erinnerungsarbeit und Völkerverständigung, die offenbar auch außerhalb der Stadtgrenzen wahrgenommen wird. „Man merkt, wie sehr Sie sich hier in Emden engagieren“, attestierte Bundesverdienstkreuz-Trägerin VW-Projektkoordinatorin Ines Doberanzke.

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