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Zweite Eisenbahnbrücke notwendig „Sonst ist es mit dem Vertrauen von Volkswagen in Emden vorbei“

Wissen um die wirtschaftliche Bedeutung der Themen Emsvertiefung, Eisenbahnbrücke und Großschiffsliegeplatz: Frank Wessels, Vorsitzender des Nautischen Vereins, Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) und Simon Motter aus der Geschäftsführung der Volkswagen Konzernlogistik.
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Wissen um die wirtschaftliche Bedeutung der Themen Emsvertiefung, Eisenbahnbrücke und Großschiffsliegeplatz: Frank Wessels, Vorsitzender des Nautischen Vereins, Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) und Simon Motter aus der Geschäftsführung der Volkswagen Konzernlogistik.

Torsten von Reeken

Emden - Die Drohkulisse ist bekannt, bekommt jedoch vor dem Hintergrund der aktuell krisengebeutelten Wirtschaft eine neue Brisanz: Die Außenems muss vertieft werden, eine zweite Eisenbahnbrücke in Emden zwingend her, ein weiterer Großschiffsliegeplatz ist erforderlich. Es sind die Themen, die den Nautischen Verein seit Jahren, gar Jahrzehnten umtreiben. Doch die Zeit drängt zunehmend: „Es steht zu befürchten, dass die Verkehre in andere Häfen abwandern“, sagte der Vorsitzende des Nautischen Vereins, Frank Wessels, am Freitagabend beim traditionellen Nautischen Essen.

Tradition trifft Moderne

Das Nautische Essen lebt von Traditionen und so durfte der Seefahrerklassiker auch in diesem Jahr nicht fehlen: Wie immer gab es Curryhuhn mit Reis, garniert mit allerlei Kleinigkeiten.

Neu war in diesem Jahr hingegen die Bewirtung, die erstmals vom Team um Agilio-Geschäftsführer Dieter Peters übernommen wurde.

Ebenfalls neu dabei war der Ende 2022 gegründete Shantychor Loppersum. Nachdem die Emder Shanty-Gruppe sich im vergangenen Jahr beim Nautischen Essen von der Bühne verabschiedet hatte, füllten erstmals die Sänger vom Wandertrupp die musikalische Lücke.

Bei der Spendensammlung für die Ostfriesische Seemannsmission kamen 8551,42 Euro zusammen.

Wichtigster Seehafen für VW

Und in diesem Jahr bekam er bei seinen Forderungen gewichtige Unterstützung. Gastredner Simon Motter aus der Geschäftsführung der Volkswagen Konzernlogistik unterstrich als Redner vor 270 Gästen ebenfalls die Forderungen aus der Hafenwirtschaft. „Emden ist der wichtigste Seehafen für Volkswagen – und das soll auch so bleiben“, betonte Motter. Doch ohne Plan B für die marode Eisenbahnbrücke –mit der es seit 2010 immer wieder Probleme gibt – gehe es nicht. „Sonst ist es mit dem Vertrauen von Volkswagen in Emden vorbei.“

Gleiches gilt für die Emsvertiefung – sie ist seit 2002 Thema: Vor dem Hintergrund immer größer werdender Schiffe mit immer mehr Tiefgang und E-Fahrzeugen, die deutlich schwerer als Verbrenner seien, „brauchen wir die Fahrrinnenanpassung – so schnell wie es geht“, so Motter. Ebenso sei ein zweiter Großschiffsliegeplatz – dieser wird seit 2004 gefordert – für VW unverzichtbar. Immerhin schlug der Konzern über den Emder Hafen zuletzt über 150 000 Waggons mit Autos um, zählte im vergangenen Jahr 610 Autoverladeschiffe und setzte 2023 rund 43 000 Lkw ein.

Bereit, Investitionen zu tätigen

„Wir müssen die Struktur krisenfest aufstellen“, so Motter, der seit seinem Antritt in der Konzernlogistik vor drei Jahren bereits einige Krisen – Halbleiter-, Transport- und Umweltkrisen – mitgemacht hat. Dann sei Volkswagen auch bereit, weitere Investitionen zu tätigen, betonte er mit Hinblick auf den Emder Standort. Seine Ausführungen trafen vor Ort auf viel Zustimmung, die richtigen Adressaten – zumindest in Sachen Eisenbahnbrücke – dürften an diesem Abend aber wohl dennoch gefehlt haben.

Beim Dauerthema Außenemsvertiefung ist eine nächste wichtige Etappe erreicht. Nun ist die Öffentlichkeit gefordert.

NUN IST DIE ÖFFENTLICHKEIT GEFRAGT Nächste wichtige Etappe für Emsvertiefung erreicht

Elisabeth Ahrends
Emden
Elisabeth Ahrends
Elisabeth Ahrends Emder Zeitung (Leitung)
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