Hinte - Das erste Gebäude auf dem Areal des Hinter Kirchgangs steht schon nicht mehr. „Das war aber mehr oder weniger ein Versehen“, sagte Bürgermeister Uwe Redenius (parteilos). Seit Mitte Januar laufen die Entrümplungsarbeiten in sieben von acht Häusern, um sie für den Abriss vorzubereiten. Diesen Arbeiten hielt eines der Gebäude – die Hausnummer 38 in der Brückstraße – nicht Stand und drohte einzustürzen, wie der Bürgermeister mitteilte. „Es gab deshalb eine Sondergenehmigung.“ Projektentwickler Stefan Gerjets und seine Mitarbeiter rückten aus diesem Grund am Wochenende an, um das Haus dem Erdboden gleichzumachen. „Wir haben schon vorher die Straße halbseitig gesperrt, um niemanden zu gefährden“, sagte Gerjets, der gemeinsam mit Claas Mauritz Brons auf dem Gelände im historischen Ortskern von Hinte neun bis elf Wohnungen bauen will.

Das Haus in der Brückstraße 38 in Hinte ist bereits am Wochenende abgerissen worden, da es einzustürzen drohte. Bild: Holger Bloem

Das Haus in der Brückstraße 38 in Hinte ist bereits am Wochenende abgerissen worden, da es einzustürzen drohte. Bild: Holger Bloem

Vom Bauen will der langjährige Emder Unternehmer Gerjets aber noch gar nicht sprechen. „Wir brechen jetzt erst einmal ab und dann entwickele ich die Grundstücksfläche.“ Dank der inzwischen erteilten Abrissgenehmigung durch den Landkreis Aurich dürfte der Abbruch der alten Gebäude in den kommenden Wochen endlich über die Bühne gehen – spätestens bis März, so die Hoffnung von Gerjets. Dann nämlich steht ein Termin mit den Archäologen der Ostfriesischen Landschaft an, die das Projekt seit Jahren eng begleiten. Denn das Areal liegt auf einer historischen Wurt, in der bei Probebohrungen antike Gegenstände entdeckt worden waren.

In den kommenden Wochen sollen auch die übrigen sechs Gebäude dem Erdboden gleichgemacht werden. Bild: Holger Bloem

In den kommenden Wochen sollen auch die übrigen sechs Gebäude dem Erdboden gleichgemacht werden. Bild: Holger Bloem

Die Lage des Geländes ist auch der Grund, weshalb die Projektentwickler von Gerbro bei der Gründung auf eine sogenannte biegesteife Bodenplatte setzen wollen. „Ich will so wenig wie nötig aus dem Boden rausholen, um keine archäologischen Funde zu zerstören“, sagte der Emder. Deshalb setzt er auf die spezielle Flachgründung. Eine Pfahlgründung war von Anfang an durch die historische Lage ausgeschlossen worden.

Ein einziges Gebäude allerdings soll nicht abgerissen werden: Das alte Geschäftsgebäude an der Ecke Hinter Kirchgang/Brückstraße, in dem sich früher eine Schlachterei befunden hat, soll von außen wieder hergestellt und von innen modern ausgestattet werden.

Elisabeth Ahrends
Elisabeth Ahrends Emder Zeitung (Leitung)