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Wohnungsbau in Ostfriesland Auricher Neubau ist Vorbild für Beamtenbau in Emden

So sah es in der Auricher Kirchstraße vor dem Abriss aus.

So sah es in der Auricher Kirchstraße vor dem Abriss aus.

privat

Emden/Aurich - In Emden wird noch diskutiert, in Aurich bereits gebaut. Während es noch unklar ist, ob die über 100 Jahre alten Wohnhäuser in der Wolthuser Ligariusstraße, die der Genossenschaft Beamten- Bau- und Wohnungsverein in Emden gehören, abgerissen werden, hat die Genossenschaft jetzt in Aurich ein Neubauprojekt auf den Weg gebracht. Dafür mussten zwei alte Häuser weichen.

Der Beamtenbau

Die Genossenschaft Beamten- Bau- und Wohnungsverein in Emden wurde 1902 gegründet und hat heute rund 2000 Mitglieder. Mit einem eigenen Bestand von 1025 Wohnungen und einer Bilanzsumme von über 30 Millionen Euro ist sie ein bedeutender Anbieter von bezahlbarem Wohnraum in Emden und Aurich. Die Durchschnittsnettokaltmiete betrug zum Ende des letzten Geschäftsjahres 5,17 Euro pro Quadratmeter.

Satzungsmäßiger Zweck der Genossenschaft ist die Förderung ihrer Mitglieder vorrangig durch eine gute, sichere und sozial verantwortbare Wohnungsversorgung.

Jüngst konnte die Genossenschaft auf dieser Fläche in der Kirchdorfer Str. 29-31 in Aurich Richtfest feiern. Das teilte die Genossenschaft jetzt auf Nachfrage dieser Redaktion mit. Zwei Häuser aus der Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert mussten für die acht Neubauwohnungen abgerissen werden. Dort entstehen nun zwei energieeffiziente Mehrfamilienhäuser mit einer Gesamtwohnfläche von 971 Quadratmetern. „Hier können wir das umsetzen, was wir auch in Emden wollen“, sagte Genossenschaftsvorstandsmitglied Andreas Wenholt.

„Vorbildcharakter“

Die Bauzeit soll 40 Wochen betragen. Es seien „besonders energieeffiziente und zukunftsweisende Gebäude“. Der Klimaschutz nehme einen hohen Stellenwert ein. Wenholt: „Und davon wird die Zukunft für die Kinder unserer Erde abhängen, unsere Genossenschaft stellt sich diesen Herausforderungen.“ In der Emder Ligariusstraße soll, so will es die Genossenschaft, genau aus diesen Gründen auch ein Neubauprojekt umgesetzt werden.

Ihm fehle es an Standsicherheit: das Haus Nummer 12 im neomaurischen Stil in der Ligariusstraße.

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Ute Lipperheide
Emden

Die Auricher Mehrfamilienhäuser werden pro Haus über eine Luft-Wärmepumpe beheizt. Diese unterstützen Photovoltaikanlagen mit Batteriespeicher. Ergänzend bekommt jede Wohnung ein zentrales Lüftungssystem mit Wärmerückgewinnung. Auch werden, weil Aufzüge eingebaut werden, alle Wohnungen barrierefrei gestaltet. Für Elektrofahrzeuge ist eine Ladeinfrastruktur auf dem Gelände vorgesehen. Für die E-Bikes werden Lademöglichkeiten im Fahrradabstellraum geschaffen. Wenholt: „Wir setzen damit ein zukunftssicheres Bauvorhaben um, bei dem wir ganz auf den Klimaschutz setzen.“ Die Fertigstellung wird – wenn alles nach Plan läuft – im Spätsommer 2024 erfolgen. Die Genossenschaft investiert rund 3,5 Millionen Euro an diesem Standort.

Proteste in Emden

In Aurich steht bereits der Rohbau, wo einst zwei alte Häuser standen. Bild: privat

In Aurich steht bereits der Rohbau, wo einst zwei alte Häuser standen. Bild: privat

Die Auricher Anlage habe Vorbildcharakter. Ob jedoch das Vorhaben in der Emder Ligariusstraße umgesetzt werden kann, bleibt weiter fraglich. Zwar darf ein Eigentümer seine Gebäude, die nicht unter Denkmalschutz stehen, abreißen. Dafür muss keine Genehmigung erteilt werden. Aber ob es sich auch in dem Fall der im neo-maurischen Stil erbauten Häuser in Wolthusen so verhält, ist derzeit noch nicht absehbar.

Proteste gegen den Abriss kommen von Anwohnern, Anliegern, Architekturfreunden und dem Verein Anno, Gesellschaft zur Erhaltung ostfriesischer Kultur- und Baudenkmale. Der städtische Fachbereichsleiter Rainer Kinzel hatte im Ausschuss, als die Bebauung auf der Tagesordnung stand, darauf verwiesen: „Ein offensichtliches Denkmal ist ein Denkmal, ob das nun amtlich so festgestellt wurde oder nicht“.

Vom Deich am Ems-Jade-Kanal aus zu sehen: zwei der insgesamt drei Abrisshäuser im Stadtteil Wolthusen.

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Emden
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