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NWZonline.de Region Cloppenburg Gemeinden Emstek

Narren übernehmen Emsteker Rathaus

18.11.2013

Emstek Bürgermeister Michael Fischer wehrte sich tapfer, aber am Ende konnte er das Emsteker Rathaus nicht mehr gegen die orange Übermacht verteidigen. Die Bührener Narren hatten ihren Rathaussturm gut vorbereitet.

Wohlweislich kamen sie erst bei einsetzender Dunkelheit am frühen Freitagabend, zogen mit Unterstützung des Musikvereins Bühren über den Marktplatz und ließen sich vom benachbarten Apotheker mit hochprozentigen Getränken stärken.

Erst dann stürmten sie das Rathaus. Aber auch der Bürgermeister und seine treuesten Ratsmitglieder waren nicht untätig gewesen. Sie hatten die Türen verrammelt und Umleitungsschilder als Verwirrungstaktik vor die Eingangstür gestellt. Die Narren waren aber auf alle Eventualitäten vorbereitet und stiegen todesmutig mit Hilfe einer Leiter über die Brüstung des Rathausbalkons.

Dort entrissen sie dem sich tapfer wehrenden Bürgermeister den Rathausschlüssel und drohten, ihn über die Brüstung zu werfen. Nur mit diplomatischem Verhandlungsgeschick konnte Fischer die Katastrophe verhindern, und so wurde er in einem Gnadenakt der neuen Machthaber zum Hausmeister ernannt.

Die Narren übernahmen daraufhin den Ratssaal, ließen das übrige närrische Fußvolk ein und verkündeten unter dem begeisterten Applaus ihrer Anhängerschar ihr neues Regierungsprogramm.

Als erste Amtshandlung verboten sie mit Blick auf vergangene und kommende Bürgerentscheide für alle Zeiten die Verwendung der doppelten Verneinung. Die Verkehrspolitik hatte auch die Bührener Narren im vergangenen Jahr stark beschäftigt, und so hatten sie auch eine genial einfache Lösung, die auf begeisterte Zustimmung aller Anwesenden stieß: „Wir fordern die komplette Emsteker Kreuzungsanlage im Ortszentrum als Kreisverkehr unter die Erde zu verlegen. Verkehrsstauungen wären damit aufgelöst, der Verkehrslärm wäre verschwunden, und es entständen in Emstek blühende Landschaften.“

Zur Unterstützung ihrer infrastrukturellen Forderungen hatten die Narren auch gleich drei kompetent aussehende Planungsexperten mitgebracht, die beeindruckende Referenzobjekte wie die Elbphilharmonie und den neuen Berliner Flughafen vorweisen konnten. Bei so viel geballter Sachkompetenz sei auch der Bau der angestrebten Verkehrsknotenpunkte mit einem Investitionsvolumen von 2,8 Milliarden Euro kein Problem, waren sich die Narren sicher. Zur Steigerung der touristischen Attraktivität der Gemeinde forderten sie dringend einen Abriss des zu bescheidenen Pfarrhauses und einen repräsentativen Neubau in der Größenordnung der Limburger Bischofsresidenz. „Wir wollen den größten Bauskandal nach Emstek holen und Emstek touristisch ganz weit nach vorne bringen“, schilderten die Narren ihre Zukunftsvisionen, für die sie viel Beifall ernteten.

Da die Amtszeit der Narren aber schon in wenigen Wochen wieder endet, luden sie alle Anwesenden und alle Emsteker zum großen Bührener Karnevalsumzug am 2. März 2014 ein.

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