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NWZonline.de Region Cloppenburg Gemeinden Emstek

Tradition: Streit um Fronleichnamsprozession in Friesoythe

30.06.2014

Emstek Rund 250 Gäste haben am Sonnabend den traditionellen Gogerichtstag auf dem Desum bei Emstek verfolgt. Verhandelt wurden ein historischer Fall aus Friesoythe und ein aktueller aus Emstek.

Partnerstadt Friesoythe

„Das Gogericht ist ein Ort, in dem in freier Rede von freien Männern Recht gesprochen wurde“, erinnerte der Vorsitzende der Interessengemeinschaft „Altes Gogericht auf dem Desum“, Georg Meyer-Nutteln, an die Bedeutung dieser Gerichtsstätte für den Lerigau. Er begrüßte als Partner in diesem Jahr die Stadt Friesoythe mit Bürgermeister Johann Wimberg (CDU). Als Gografen hatte die Interessengemeinschaft in Theodor Vahle, General der Friesoyther Schützengilde, ebenfalls eine Friesoyther Persönlichkeit gewonnen.

Fall aus dem Jahr 1720

„Wo bleibt denn das gute, alte Recht, wenn angebliche Mehrheiten eine Möglichkeit erhalten, alte Gesetze abzuschaffen und neue zu beschließen? Das ist Revolution!“, reagierte Gograf Vahle rigoros auf das Begehren des Friesoyther Vogtes Bitter, vor dem Magistrat der Stadt und dem Bürgermeister die örtliche Fronleichnamsprozession anführen und somit die Stadt repräsentieren zu wollen. Dieser Bruch des Gewohnheitsrechtes aus dem Jahr 1720 lag der Verhandlung zugrunde, die die Interessengemeinschaft „Altes Gogericht“ ausgearbeitet hatte.

Vor den Besuchern, unter ihnen auch der Präsident des Heimatbundes für das Oldenburger Münsterland, Hans-Georg Knappik, sowie die Bürgermeister Michael Fischer (Emstek) und Marcus Brinkmann (Cappeln), lag dem Gogericht unter Leitung des Gografen eine wahre Begebenheit aus dem Jahr 1720 vor.

Der Friesoyther Vogt Bitter verlangte, die Fronleichnamsprozession entgegen der bisherigen Gepflogenheit vor dem Magistrat der Stadt mit Bürgermeister Herbert Anton von der Horst anzuführen. Das rufe laut Bürgermeister beim Kirchenvorstand und beim Magistrat großen Unmut hervor. Vor allem die Begründung Bitters, der Bürgermeister gehöre der Schmiedezunft an und sei somit nicht zur Obrigkeit zu rechnen, verletze alte Rechtsverhältnisse und störe den Frieden in der Stadt. Auch die Schöffen warfen die Frage auf, was denn zu geschehen habe, wenn das Gewohnheitsrecht kein gutes Recht sei, wenn sich eine Minderheit auf ein angebliches Gewohnheitsrecht berufe und eine Mehrheit majorisiere.

Fall zum Landesherrn

Gograf Vahle empfahl, den Fall dem Landesherrn, Fürstbischof Clemens August, vorzulegen, der dann aber fast selbstverständlich im Sinne der Reaktion urteilt und den Magistrat und dem Bürgermeister seine herkömmlichen Rechte belässt.

Aktueller Fall aus Emstek

 In einem weiteren aktuellen Fall, den Jan Sievers und Josef Beckmann szenisch darstellten, befasste sich das Gogericht mit der Situation auf den Emsteker Rad- und Fußwegen sowie den Gefahren, die sich daraus für Radfahrer ergeben. Das Gogericht empfahl als Lösung für Emstek einen Radweg ohne Benutzungspflicht – einen Angebotsradweg. Wo das nicht möglich sei, solle die Mitbenutzung des Fußweges durch den Fahrradverkehr das Ziel sein. Eine Benutzung gegen die Fahrtrichtung sollte nur in Ausnahmefällen möglich sein.

Umrahmt wurde die Veranstaltung durch die musikalischen Darbietungen der Bläsergruppen der Hegeringe Cappeln und Emstek und durch ein gemeinsames „Heil Dir, o Oldenburg“.

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