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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft Energie

Windenergie sucht Verbündete

06.01.2018

Hannover Das Wetter passt zur Stimmung: einfach mies. Trotzdem geht’s zum gemeinsamen Foto mit den zahlreichen Betriebsräten raus auf die Straßen in den grauen Nieselregen von Hannover. „Die Jungs können das, sie sind hart, sie sind von der IG Metall“, sagt Umweltminister Olaf Lies (SPD). Harte Jungs, aber mit weichen Knien. Die Angst um Arbeitsplätze treibt die Metaller zum Umweltminister. Warum nicht zum Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) auf der anderen Seite der Straßenkreuzung? Einfache Antwort: Lies sitzt als Chefunterhändler in Berlin mit am Tisch, wenn es im Tauziehen um eine Große Koalition um das Thema Energie, Ausbau der Windbranche und damit Jobs geht.

Lies soll niedersächsische Arbeitsplätze in Berlin retten. Die Erwartungen der Betriebsräte in der IG Metall Küste sind eindeutig: „Wir brauchen einen verlässlichen und vor allem deutlich stärkeren Ausbau der Windenergie an Land und auf See“, fordert Bezirksleiter Meinhard Geiken. Die Arbeitnehmer laufen damit offene Türen beim Umweltminister ein. Ohne eine Stärkung der erneuerbaren Energien sind Klimaschutzziele nicht zu schaffen, bestätigt Lies. Oder wie es Geiken plastisch formuliert: „Elektroautos mit Braunkohle zu betreiben, macht wirklich keinen Sinn“.

Das Stichwort Autos greift Lies gerne auf. Den Umweltminister ärgert, „dass Automobilhersteller so viel Autos produzieren können wie sie wollen. Aber die Windenergiebranche darf das Gleiche nicht tun mit ihren Produkten, kritisiert Lies. Der politische Deckel für weiteres Wachstum bei Wind verhindere, dass Produktionen hochgefahren werden.

Dabei sei es nicht nur wichtig, aus Klimaschutzgründen das Know-how zu behalten, sondern auch mit Blick auf die künftig anstehende Erneuerung alter Anlagen. Es sei den Bürgern leichter zu vermitteln, wenn in Zukunft statt fünf Alt-Anlagen nur noch „zwei Anlagen benötigt werden“, erläutert Lies, der sich zugleich dafür ausspricht, dem Ausbau an Land einen neuen Schub zu geben. „Wir müssen die Fehlsteuerungen bei den vergangenen Ausschreibungen korrigieren“, betont Lies, der sich für „Sonderausschreibungen“ einsetzt. Das Modell mit Bürgergenossenschaften erweise sich als „Bremse“, bedauert der Umweltminister im Gespräch mit den Metallern. Er plädiert deshalb für Änderungen.

Gunars Reichenbachs
Chefkorrespondent
Redaktion Hannover
Tel:
0511/1612315

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