DELMENHORST - Die Zeit, in der Heimleiter Dieter Wortmann wegen der Insolvenz des von der Diakonie betriebenen Stephanusstiftes schief angesehen wurde, ist vorbei. Die gemeinnützige Stephanusstift GmbH hat die Pflege übernommen. Doch die Probleme, die zur Insolvenz führten, sind längst noch nicht alle vom Tisch. Davon unterrichtete Dieter Wortmann mit seinem Team am Mittwochnachmittag die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Astrid Grotelüschen (CDU). Die hatte ihr Versprechen, das Heim nochmals zu besuchen, wahr gemacht, obgleich dieser Bereich thematisch nicht ganz ihren Fachbereich als neue Ministerin trifft. „Hier wird auf vollwertige Ernährung geachtet“, spannte sie den Bogen.
Dass dies mit dem von den Kassen zugestandenen Essensbetrag von vier Euro pro Bewohner und Tag äußerst schwierig ist, stellte Dieter Wortmann heraus.
Sein innigster Wunsch sei es deshalb, dass die Bewohner vom Medizinischen Dienst richtig eingestuft würden. Umso bemerkenswerter, so Grotelüschen, sei die Tatsache, dass das Heim beim „Pflege-TÜV“ des medizinischen Dienstes mit der sehr guten Note von 1,2 abschnitt. „Niedersachsenweit liegt der Durchschnitt bei 2,1“, hob Grotelüschen hervor.
Sie bot sich an, als Sprachrohr zwischen Stift und Sozialministerin Özkan zu fungieren, die ihren Besuch kurzfristig abgesagt hatte.
Trotz der Vorwürfe gegen sie und ihre Familie wegen tierquälerischer Massentierhaltung blieb Grotelüschen gut gelaunt. Die Art und Weise, mit der sie angegangen werde, finde sie allerdings „erschreckend“: „Einen Rücktritt“, wie zwischenzeitlich gefordert, „schließe ich aus“.
Der Vorsitzende des Trägervereins, Wolfgang Pape, berichtete über die Schwierigkeiten, trotz guter Bewertung und nahezu Voll–Auslastung der rund 70 Plätze nicht kostendeckend arbeiten zu können. Er sprach, wie später auch die CDU-Landtagsabgeordnete Swantje Hartmann, auch das Ausbildungsproblem an. „Unser Ziel ist es, wieder überproportional auszubilden“, erklärte er.
„Es gibt immer mehr Pflegebedürftige und immer weniger Berufstätige, die dafür aufkommen“, erinnerte Swantje Hartmann. Zudem nehme der Wettbewerb um Pflegekräfte zu.
