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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit Ernährung

Ist es Grünkohl oder Braunkohl ...?

19.10.2012

Wenn in Oldenburg vom Kohl gesprochen wird, dann ist ganz klar von Grünkohl die Rede. Ganz anders in Bremen. Derselbe Kohl heißt in Bremen Braunkohl. Dabei würde kein Bremer auf die Idee kommen, an der Ampel bei braun loszufahren – und niemand würde braun-weiß mit Werder Bremen assoziieren.

Weshalb die Bremer – und mit ihnen die Braunschweiger – von Braun- und nicht vom Grünkohl sprechen, ist alles andere als klar. „Der grüne Kohl wechselt beim Kochen die Farbe und wird braun“, meint Werner Kloos im eigentlich unfehlbaren Bremer Lexikon. Der Bremer Nationalschriftsteller Hermann Gutmann dagegen hat nach eigenen Experimenten herausgefunden, „dass der Grünkohl grün ist und auch nach längerem Kochen und trotz größter Fantasie seine grüne Farbe behält, jedenfalls normalerweise. Nur über dem Torffeuer soll das Grün nach gut drei Stunden Kochzeit ins Bräunliche überwechseln. Aber wer kocht heute noch über einem Torffeuer?“

Die Antwort auf die Bremer „Grünkohlblindheit“ liegt irgendwo in der Kulturgeschichte des Kohls. In Bremen wurde noch im vergangenen Jahrhundert ein spezieller Langkohl angebaut. Die unteren Blätter gab man dem Vieh, die oberen, die zarteren, waren für die Veredelung mit dem Fleisch desselben reserviert. Dieser Langkohl, auch Oldenburger Palme (!) genannt, hatte tatsächlich eine bräunlich-violette Farbe.

Inzwischen hat sich auch in Bremen längst der Oldenburger Grünkohl durchgesetzt. Aber bis sich so etwas herumspricht und dann sogar im Sprachgebrauch niederschlägt – das kann dauern in Bremen.

Übrigens: Wenn der Bremer von Braunkohl spricht, betont er dabei die zweite Silbe „kohl“ stärker als die erste Silbe. Versmaß: Jambus. Der Grünkohl dagegen ist trochäisch, Betonung also auf der ersten Silbe.

Auf der gegenüberliegenden Seite äußern sich einige ambitionierte Bremer Kohlfahrer einmal selber zu dieser Materie.

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