München - Kartoffeln sind viel mehr als nur eine Sättigungsbeilage zu Fleisch oder Fisch. „Kartoffeln lassen sich auf vielfältige Weise zubereiten“, sagt Dominik Klier. Er verkauft unter dem Namen Caspar Plautz mit Kompagnon Theo Lindinger Kartoffeln und Kartoffelgerichte auf dem Münchner Viktualienmarkt und verrät: „Neben Braten, Dämpfen, Kochen, Frittieren können sie auch zu köstlichen süßen oder salzigen Teigen weiterverarbeitet werden.“
Kartoffeln gewickelt
Attraktive Alternativen zu Pommes sind beispielsweise Twister-Kartoffeln, bei denen sich dünne Kartoffelscheiben um einen Spieß wickeln – idealerweise wie an einem langen, spiralförmigen Band. Pro Twister wird eine mittelgroße, festkochende Knolle auf einen Schaschlikspieß gesteckt.
Bei Holzspießen ist dabei eine Mischung aus Kraft und Fingerspitzengefühl gefragt, damit diese nicht abbrechen. Alternativ empfiehlt Ökotrophologin und Kochbuchautorin Inga Pfannebecker Metallspieße zu verwenden oder die Löcher vorzubohren – zum Beispiel mit einem sauberen, spitzen Schraubendreher oder einer Stricknadel. Zum Schneiden der Spirale – beginnend an einem Ende der Knolle und um den Spieß herum – verwendet sie selbst ein kleines, scharfes Obstmesser.
Damit die Twister-Kartoffeln im Backofen knusprig werden, sollten die möglichst dünnen Scheiben auseinandergezogen und zu Beginn und nach der Hälfte der Backzeit komplett mit Butter bestrichen werden. Wichtig: Die Spieße müssen quer über den Rand der Auflaufform hinaus aufliegen, sodass die Scheiben frei in die Form hineinhängen
Einfacher in der Zubereitung sind Hassleback-Potatoes. Die ungeschälten Knollen werden dafür mit einem Obstmesser quer ein-, aber nicht ganz durchgeschnitten. Für das perfekte Ergebnis sollten die Scheiben zwischen zwei und drei Millimeter dünn sein. Anschließend werden die Fächerkartoffeln mit Knoblauchbutter eingepinselt und im Backofen gebacken. Wer will, kann nach der Hälfte der Zeit Frühstücksspeck-Stücke in die Einschnitte stecken und die Knolle erneut einpinseln.
Für ein Wow auf dem Teller sorgen gefüllte Kartoffelkugeln in Tomatensoße. Für die Masse werden mehlige Kartoffeln geschält, geraspelt und in einem sauberen Geschirrtuch gut ausgedrückt. Anschließend werden die Kartoffelraspeln mit Ei, Parmesan, Salz und Pfeffer verknetet. Die Kartoffelkugeln können mit angebratenem Rinderhack oder Pilzen, Zwiebeln und Mozzarella gefüllt werden. Nach einer Ruhezeit im Kühlschrank werden die Kugeln mit Öl eingepinselt und im Backofen gebacken.
Kartoffeln eignen sich aber nicht nur für herzhafte, sondern auch für süße Gerichte. In der niederbayrischen und österreichischen Küche seien sie als Zutat für Lebkuchen, Strudel, Kuchen und Puffer beliebt, sagt Dominik Klier.
Knolle im süßen Strudel
Sein Tipp: Kartoffelstrudel gefüllt mit Mohn, Zwetschgen oder anderem Obst. Für den Teig werden mehlige, gekochte Kartoffeln mit Ei, Salz, Sauerrahm und Mehl verknetet. Dann wird der Teig zu einem Rechteck ausgerollt und mit geschmolzener Butter bestrichen. Die Füllung aus Obst, Zimt, Koriander und Zucker wird am unteren Ende auf dem Teig verteilt und dann nach oben hin zusammengerollt. Etwa eine Stunde lang backt der Strudel in einer großen, mit zerlassenem Butterschmalz gefüllten Back- oder Auflaufform.
