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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit Ernährung

Eistee Selber Machen: Volle Kanne Kreativität

18.07.2020

Köln /Nürnberg Ist es heiß und kommt der Durst, bietet selbst zubereiteter Eistee Abwechslung. Diese Vielfalt im Glas ist mit weniger Aufwand verbunden, als vielleicht vermutet. Einfach einen Tee der Wahl kochen, ihn kalt werden lassen oder mit Eis rasch herunterkühlen und dann mit Zutaten nach eigenem Gusto aufpeppen – fertig ist die köstliche Alternative zu industriell hergestellten Fertiggetränken, die sich auch Eistee nennen.

Bei denen monierte die Zeitschrift „Ökotest“ immer wieder „zu viel Zucker, künstliche Süßstoffe, kaum Fruchtanteile und stattdessen Aromen aus dem Labor“. Hände weg, rät daher auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung in Bonn – zu hoch ist das Risiko für Übergewicht und die Entstehung von Karies.

Kreativ mit Kräutern

Also ran, an die Eigenkreationen: Fast alle Tees lassen sich in Eistee verwandeln. Sie vertragen sich prima mit klein geschnittenen Erdbeeren, Nektarinen, Litschis oder Zitronen, und auch mit frischen Kräutern wie Minze oder Rosmarin. Mit Blick auf Früchtetee empfiehlt Teehändler Alexander Poetsch aus Nürnberg allerdings Teesorten ohne Hibiskus, denn der schmecke säuerlich bei langer Ziehzeit.

„Früchtetees auf der Basis von Äpfeln oder Birnen eignen sich besser, diese Sorten bittern nicht nach“, sagt Poetsch. Sein Tipp: Früchtetees ohne Hibiskusblüten, aromatisierte Grün-, Schwarz- oder Rooibostees sowie generell minzehaltige Teemischungen.

Der klassische Eistee ist übrigens ein Schwarztee, der mit Zucker oder Fruchtsirup abgeschmeckt wird. Populär machte die Idee, eisgekühlten Tee zu servieren, der britische Plantagenbesitzer Richard Blechynden, erzählt Kyra Schaper vom Deutschen Tee- und Kräutertee Verband.

Blechynden hatte 1904 als Leiter des „East India Pavillon“ auf der Weltausstellung im amerikanischen St. Louis den Auftrag, die Amerikaner für indischen Tee zu begeistern. Das schwül-heiße Klima in den US-Südstaaten, war nicht unbedingt dazu angetan, heiße Getränke zu verkosten. So kühlte der findige Kaufmann den heißen Schwarztee einfach herunter und der „Iced Tea“ war geboren.

Rezepte und Videos für Eistee sind auf der Website des Teeverbands zu finden, etwa der „Limetten-Zauber“, der grünen Tee mit Maracujasaft, Tabasco und Ingwer-Organgen-Limonade Eis zusammenbringt. „Hochgenuss, der in einer Viertelstunde zubereitet ist“, so Kyra Schaper.

Finish mit Tonic Water

Teesommelier Klaus Brühl aus Köln verkostet in seinem „Genuss-Studio“ im Sommer selbst gemischte Eistees. Seinen Eistee-To-Go kocht er morgens frisch und verfeinert ihn je nach Lust und Laune. Er verwendet Kräuter- oder Früchtetees ebenso gern wie schwarzen Tee oder die Teesorte „Earl Grey“ mit ihrem Bergamotte-Aroma.

Ingwer, Lemongras oder Minze ergänzen seine Eistee-Kreationen. „Zum Finish nehme ich gern Tonic Water oder Ginger Ale, um Nuancen zu setzen“, verrät er. Ihm ist es wichtig, dass sein Eistee auch wirklich den Durst löscht und für Erfrischung sorgt, deshalb verwendet er keinen Zucker.

Und wie wird der Tee am besten gekühlt? Wer faul ist, kocht eine Kanne Tee, lässt sie erkalten und stellt den Tee in den Kühlschrank oder gibt einige Eiswürfel ins Glas. Damit der Tee durch das Eiswürfelwasser nicht zu dünn wird, sollte er in höherer Konzentration zubereitet werden, je nach Vorliebe zwei- oder dreimal so stark wie üblich. „Das bedeutet, wenn man üblicherweise vier Löffel Tee für eine Kanne Tee verwendet, sollte man nun acht bis zwölf Löffel nehmen“, so Alexander Poetsch.

Alternativ wird eine Kanne mit vielen Eiswürfeln gefüllt. In diese wird der heiße, frisch zubereitete Tee gegossen. So kühlt der Tee schnell ab. Die sogenannte „Schockkühlung“ sorgt dafür, dass die leuchtende Farbe und das frische Aroma des Tees bestehen bleiben.

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