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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit Ernährung

Vom „Defftig Ollnborger Gröönkohl Äten“

19.10.2012

Erste Vorläufer des „Defftig Ollnborger Gröönkohl Äten“ gab es bereits 1931. Im Oldenburgischen Hauskalender heißt es dazu: „Den Höhepunkt im geselligen Leben der Oldenburger in Berlin bildet alljährlich die Veranstaltung des „Braunen Kohl-Essens“. Dieses unser Nationalgericht führt in der Reichshauptstadt viele Persönlichkeiten zusammen, die sich noch heute mit Oldenburg verbunden fühlen.“

Als Bundespräsident Theodor Heuss 1956 nicht nach Oldenburg zum Grünkohlessen kommen konnte, fuhren die Stadtväter in die Bundeshauptstadt Bonn und richteten dort das Essen aus. Seitdem wird die Tradition des „Defftig Ollnborger Gröönkohl Äten“ gepflegt.

1998 zog man nach Berlin um und servierte dort das Essen im Opernpalais unter den Linden. Seit 2002 findet die Veranstaltung in den Räumen der Niedersächsischen Landesvertretung statt.

Mit dem Gröönkohl Äten zogen die Oldenburger bis an den Rhein, um dort den Politikern mal ein ordentliches Essen vorzusetzen. Die Idee ist ganz pfiffig, denn: „Wenn die Politiker nicht zu uns kommen, kommen wir zu ihnen, denn bei einem richtig guten Essen lässt sich manches lokale Problem ganz gut mit den Bonner Politgrößen besprechen.“

Hintergrund war die Absage eines Besuches des damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss in Oldenburg. Die Oldenburger entschlossen sich einfach, zu ihm zu reisen und nahmen das ihrer Meinung nach typischste Mahl Oldenburgs, eine riesige Portion Grünkohl mit allen Zutaten, im Reisegepäck mit. Hier kam bei diesem guten Essen keinen Moment eine offizielle Stimmung auf, es wurde ein humoriger, beschwingter Abend.

In den folgenden Jahren hat man sich beim Kohl mit so ziemlich der gesamten Prominenz der Bundesrepublik getroffen. Dabei war es auch möglich, manches brennende Problem und anstehende wirtschaftliche Fragen anzuschneiden, ohne dass der befreiende Charakter des Essens verloren ging.

Höhepunkt dieses Politspektakels ist die Königsproklamation. Ein Kurfürsten-Kollegium bestimmt dabei einen König. Jeder der prominenten Kohlkönige wird auf der stadteigenen „Kohlpalette“ verewigt. Der Kohlkönig bekommt einen Kohlstrunk als Zepter und einen Kohlorden in Schweinsform. Von diesem prominenten Kohlkönig wird erwartet, dass der zumindest einmal die Stadt Oldenburg besucht.

Zu den prominentesten Kohlkönigen zählen:

Helmut Kohl (1984), Gerhard Schröder (1992), Otto Schily (1999), Angela Merkel (2001), Guido Westerwelle (2004), Christian Wulff (2005), Frank-Walter Steinmeier (2008), Karl-Theodor zu Guttenberg (2010), Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (2011) sowie aktuell der EU-Kommissar Günther Oettinger.

Zu jedem Kohlessen werden hochrangige Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur geladen. Für die stets rund 200 Gäste rechnet man mit 150 Kilogramm Kohl, 500 Pinkelwürsten, 400 Kochmettwürsten, 20 Kilo gestreiftem Speck und 70 Kilo Kassler. Als Nachspeise kommt Rote Grütze auf den Tisch.

Alljährlich wird beim „Defftig Ollnborger Gröönkohl Äten“ eine Kohlmajestät gewählt, also eine „Grünkohlkönigin“ oder ein „Grünkohlkönig“.

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