Wien/Berlin - Es duftet herrlich aus der Küche, das Essen kann serviert werden. Also kurzerhand Fleisch und Beilagen auf den Teller bringen, noch schnell ein Petersilienblatt abzupfen und in die Mitte legen. Aber so richtig schön sieht das Gericht nicht aus.

Klar, schmecken wird es trotzdem. Aber die Mühe, die man sich beim Kochen gemacht hat, kann man auf dem Teller nicht sehen. Mit den folgenden goldenen Regeln schafft man das daheim.

Regel 1: Die richtigen Zutaten aussuchen – Ronja Pfuhl, Autorin von „#Foodporn Basics“, empfiehlt schon beim Einkaufen auf frische Lebensmittel zu achten. Welke Salatblätter oder verschrumpelte Heidelbeeren ließen sich nicht mehr schön in Szene setzen. Außerdem sollten die unterschiedlichen Lebensmittel farblich zusammenpassen.

Regel 2: Unterschiedliche Texturen wählen – Knackig und cremig: „Ein Gericht sollte verschiedene Texturen miteinander kombinieren. Wenn man zum Beispiel in eine cremige Brokkolisuppe ein paar bissfest gegarte Brokkoliröschen streut, wird diese noch interessanter“, sagt Noack. Um Abwechslung auf den Teller zu bringen, würden sich Croutons, Kerne, Samen, Nüsse, Gemüsechips sowie im Ofen getrocknete Brotscheiben eignen. Außerdem kann man Gemüse variieren.

Regel 3: Gemüse und Nudeln al dente kochen – Zu lange gekochtes Essen lässt sich nicht mehr schön anrichten. „Vor allem Gemüse sollte nicht durchgekocht werden, das sieht schnell matschig aus. Man kennt das von Brokkoli“, sagt Pfuhl.

Regel 4: Fleisch mit Öl bepinseln –„Fleisch bekommt einen schönen Glanz, wenn man es mit Öl bepinselt“, sagt Pfuhl. Auch Tim Raue, Unternehmer und Sternekoch des gleichnamigen Berliner Restaurants, ist ein Fan von Öl. „Dafür nimmt man ein gutes, geschmacksneutrales Raps- oder Sonnenblumenöl“. Auch Fisch könne damit verschönert werden.

Regel 5: Beilagen in Form bringen – Um Beilagen, wie Reis anzurichten, findet Tim Raue Servierringe sinnvoll: „Klare Formen sind schöner anzusehen.“ Gemüse komme am besten zur Geltung, wenn es so belassen wird, wie es ist. „Bei den Möhren kann man Bundmöhrchen nehmen und halbieren“, sagt Raue. Dabei dürfe das Möhrengrün ruhig dranbleiben. Noack baut gerne „in die Höhe“. Auf Püree, Linsen oder Reis könne man Fleisch oder Fisch geben.

Regel 6: In geometrische Formen anrichten –„Um einen Teller schön anzurichten, kann man in geometrischen Formen denken, zum Beispiel kann man das Essen in Form eines Halbbogens anrichten“, sagt Noack.

Regel 7: Kräuter sind unverzichtbar – Frische Kräuter lassen jedes Gericht schöner aussehen. Ronja Pfuhl rät dazu, diese mit etwas Wasser einzusprühen. Danach gebe man die dazu.

Regel 8: Gewürzpulver als Rahmen – Auch Gewürzpulver eignen sich gut zur Dekoration. Raue streut um einen Auflauf zum Beispiel Cayennepfeffer, damit das Gericht definierter aussieht. Noack verwendet auch gerne Paprika- und Kurkumapulver.

Regel 9: Blüten für sommerliche Gerichte und Desserts – Blüten wie Gänseblümchen sollten eher für süße Nachspeisen verwendet werden. Ausnahme: „Bei leichten sommerlichen Gerichten, wie zum Beispiel grünem Spargel oder Salaten, könnten sie zum Einsatz kommen“, sagt Pfuhl. „Die Garnitur sollte aber immer essbar sein“.

Regel 10: Soßentupfer und Öltropfen als Hingucker –Auch ein paar Tropfen Soße können das Gericht optisch aufwerten. „Hierfür tropft man punktuell mit einem Löffel Soße auf den Teller“, sagt Ronja Pfuhl. Den Rest der Soße serviert Tim Raue am liebsten separat in einer Sauciere.

Regel 11: Buntes Geschirr vermeiden – Damit das Essen zur Geltung kommt, sollte man auf buntes Geschirr verzichten. „Am besten weißes, hellblaues oder hellgraues Geschirr nehmen“, sagt Noack.