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Neuerscheinung “Sein Bestreben war, dass unsere Mühlen lebendig bleiben“

Dunum - Es handelt sich um ein Erinnerungsbuch an einen Mühlenbauer, der mit Leib und Seele seinen Beruf ausübte, der in der Region der letzte gelernte Spezialist seines Fachs war und schließlich die über fünf Generationen währende Geschichte des Handwerksbetriebs in Dunum beschloss: Luise Böök, vielen Lesern auch von plattdeutschen Erzählungen bekannt, hat nun einen 148 Seiten umfassenden Band über das Leben und Wirken ihres im Jahr 2017 verstorbenen Sohnes Henno Böök herausgegeben.

„Als Henno gegangen ist, hatte ich das Gefühl, dass ich ihm etwas Bleibendes schulde – für seine Kinder, seine Frau und seine ganze Familie“, berichtet Luise Böök. Aber auch für anderen Menschen sei es interessant, einmal das Wissen und Können im Mühlenbau zu dokumentieren. „Hennos Bestreben war immer, dass unsere Mühlen lebendig bleiben.“ Der in Fachkreisen sehr geschätzte Sohn, vierfacher Familienvater, wurde nur 44 Jahre alt und wirkte zwölf Jahre als Mühlenbaugeselle im elterlichen Betrieb, bevor er ihn Anfang 2005 selbst übernahm.

Expertenrat war überall gefragt

So sind in dem farbig gestalteten Buch ausschließlich Mühlen abgebildet, die einmal von der Firma Böök repariert wurden. Und das ist eine Großzahl. „Es gibt nur einen einzigen Nachweis über eine neugebauten Mühle, und das war die in Thunum“, berichtet die Autorin. Daneben erinnert der Band an Arbeiten an der Esenser Peldemühle, der Siuts-Mühle in Wittmund sowie an das Einlagern der Einzelteile des Wiesedermeerer Erdholländers aus dem Deutschen Museum München. Bööks Expertenrat war aber auch bei den ortsbildprägenden Bauwerken unter anderem in Altfunnixsiel, Berdum, Cloppenburg Horsten, Esens, Jever Nenndorf, Seriem, Dornum, Werdum und Carolinensiel gefragt.

Die Autorin hofft, dass der Leser die bewusste Auswahl der Aufnahmen nachvollziehen kann. Man sehe beispielsweise wie das „Gahnwark“ repariert und zu neuem Leben erweckt wird, damit es der Nachwelt erhalten bleibt, aber auch die qualifizierte Sanierung des „Stahnwarks“. „Manchmal können Bilder ebenso viel erzählen und altes Handwerk erklären, wie geschriebene Worte“, erklärt die Dunumerin.

Besonderheit der Darstellung in diesem lesenswerten Mühlenbuch: Luise Böök ging mit der Darstellung der zahlreichen Mühlenbaustellen zeitlich rückwärts, angefangen 2017. Am Ende skizziert sie die Firmengeschichte, die Mitte des 19. Jahrhunderts mit Mühlenzimmermann Heere Hinrichs Böök begann, und fügt zur Orientierung ein Mühlenverzeichnis an. „In Gedanken hat mich Henno bei der Arbeit für das Buch von A bis Z begleitet“, sagt die Autorin.

Luise Böök: „Der Mühlenbauer Henno Böök“, DIN A 4, fester Einband, 18.90 Euro, erhältlich in den Service-Centern Esens und Wittmund des Anzeiger für Harlingerland sowie bei der Autorin unter T   04971 / 9491774.

Detlef Kiesé
Detlef Kiesé Redaktion Wittmund
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