ESENS - Genau 4,33 Hektar zwischen Norder Straße und dem Ostfriesland-Wanderweg sind es, die jetzt für das neue Baugebiet Falkenhamm der Stadt Esens erschlossen werden. Das beauftragte Unternehmen Bokelmann (Wittmund) hat mit den Erschließungsarbeiten begonnen.
Wie Egon Janssen vom städtischen Bauamt erläutert, wird es zur neuen Siedlung lediglich eine Straßenzuwegung von der Norder Straße in Höhe des EWE-Areals geben. Das Gros der Grundstücke liegt an einem Ring, von dem zudem kurze Stichstraßen abgehen. 'Im südlichen Bereich entsteht ein Regenrückhaltebecken, und ein Fuß- und Radweg bietet eine Verbindung zum Ostfrieslandwanderweg', erklärt Janssen. Die auf der Westseite angrenzende Wallhecke bleibe erhalten, eine andere, quer durch das Neubaugebiet verlaufende Wallhecke werde abgetragen und hierfür ein Ersatz auf einer stadteigenen Fläche östlich der Esenser Kläranlage geschaffen.
Im städtischen Neubaugebiet Falkenhamm, zu dem es im Bebauungsplan 75 detaillierte Erläuterungen gibt, sind 43 Grundstücke für den freien Verkauf vorgesehen. Und die Nachfrage ist groß. 'Wir hatten 156 grundsätzlich Interessierte angeschrieben, von denen 47 konkrete Neubauwünsche zurück kamen', schildert Egon Janssen. In einem ersten Durchgang würden im Spätsommer 30 ins Haus der Begegnung zur Grundstücksvergabe eingeladen werden. Wichtig seien dabei allerdings die vom Stadtrat beschlossenen Vergaberichtlinien. Danach werden Familien oder Alleinerziehende mit Kindern den weiteren Bewerbern aus dem Stadtgebiet und aus der Region vorgezogen. Entsprechend seien auch drei Listen angefertigt worden. Das Grundstück ist innerhalb von drei Jahren zu bebauen – mit maximal zwei Wohneinheiten. Der Käufer muss das Haus, das einem kfw-70-Standard erfüllen muss, mindestens zehn Jahre lang selbst bewohnen.
Der Grundstückspreis wurde auf 55 Euro je Quadratmeter festgelegt, hinzu kommen 1,09 Euro als Wasserbaubeitrag und 5,98 Euro als Abwasserbaubeitrag, jeweils ebenfalls je Quadratmeter. Egon Janssen: 'Damit liegen wir hier über dem Preis in der vorhergegangenen Siedlung Mühlenwarf. Allerdings sind nun zusätzliche Ausgleichsmaßnahmen erforderlich, die in Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Wittmund nördlich von Sterbur sowie in Form einer naturnahen Obstwiese im Bereich Barkelweg/Insenkreuz realisiert werden.' Die Stadt gewährt einen Kindernachlass von zehn Prozent des Grundstückspreises je Kind – dies gilt auch für Neubürger, die erst bis zu sechs Jahren nach Vertragsabschluss auf die Welt kommen. Im Vergleich: Der Bodenrichtwert für einen Quadratmeter Bauland auf dem Privatmarkt liegt in Esens je nach Lage aktuell zwischen 75 bei 90 Euro.
Erschließung des Areals, Vorarbeiten beim Katasteramt Wittmund, Planungen für Ausgleichsmaßnahmen und die Gespräche mit den potenziellen Grundstückskäufern läuft parallel, so dass wohl damit gerechnet werden kann, dass die Bauherren an der Agnes-von-Bentheim-Straße, der Sarah-Oppenheimer-Straße und der Fürstin-Christine-Charlotte-Straße zum Jahresende starten können – wenn das Wetter dann mitspielt.
