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FrauenOrt Esens feiert Eröffnung als „Sara-Oppenheimer-Stadt“

Jens Nähler

Esens - Mit den Frauenorten in Niedersachsen will der Landesfrauenrat dazu anregen, die überragenden Leistungen historischer Frauenpersönlichkeiten bekannt zu machen – die Ideengeberin für Sara Oppenheimer in Esens ist Gabriele Buisman, zweite Vorsitzende des ökumenischen Arbeitskreises Juden und Christen e. V. in Esens. Sie suchte Unterstützer, stellte den Antrag und engagierte sich mit vielen anderen in Arbeitsgruppen. Gestern wurden alle Beteiligten für ihren Einsatz belohnt.

Die niedersächsische Ministerin für Gleichstellung, Daniela Behrens (SPD), betonte bei der Eröffnung, dass Frauen in der Historie mehr Bedeutung zukommen müsse: „Schließlich haben sie unsere Gesellschaft entscheidend mitgeprägt.“ Dies hätten sie nicht immer so lautstark wie die Männer getan. „Aber ihre Rolle war nicht weniger entscheidend.“

Behrens, die auch Schirmfrau der niedersächsischen Frauenorte ist, unterstrich, dass Sara Oppenheimer trotz ihres musikalischen Ausnahmetalents um die Anerkennung ihres Berufsstandes ringen musste. Frauen auf der Bühne hätten damals als unmoralisch gegolten. Zudem habe sie im ausgehenden 19. Jahrhundert gegen den immer stärkeren Antisemitismus kämpfen müssen.

„Auch ein Zeichen für die Demokratie“

Musikalische Begleitung in der St.-Magnus-Kirche

Musikalische Begleitung in der St.-Magnus-Kirche

Fünf Frauenorte gab es bislang in Ostfriesland – mit Esens ist nun ein sechster hinzugekommen. Der Festakt war zugleich Teil des bundesweiten Festprogramms „321–1700: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“, das unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeiers steht. Und die Erinnerung daran, das schleichende Gift Antisemitismus zu bekämpfen, wo immer es geht, war mahnender Teil in gleich mehreren der vielen Grußworte. So sagte etwa Rico Mecklenburg, der Präsident der Ostfriesischen Landschaft: „Heute wird ein Zeichen gesetzt nicht nur für das Wirken einer Frau – es ist auch ein deutliches Zeichen für die Demokratie.“

Ministerin Daniela Behrens dankte dem „Ökumenischen Arbeitskreis Juden und Christen“, der Oppenheimer für einen Frauenort vorgeschlagen hatte. Der Kreis lasse nicht nur die Geschichte von ihr aufleben. „Sie verstehen die Vielfältigkeit jüdischen Lebens in Deutschland und besonders hier in Ostfriesland vor der Machtergreifung durch die Nazis zu zeigen.“

Und dann war da noch Gerd Rokahr. „Er hat mit seinem Werk Maßstäbe gesetzt“, betonte Esens Bürgermeisterin Karin Emken den Oppenheimer-Biografen. Der wiederum gab bescheiden Einblick in seine Arbeit – und teilte mit, dass diese noch lange nicht beendet ist. So seien noch viele Fragen offen, um das lückenhafte Lebensbild der Sängerin zu vervollständigen. Aber immerhin habe er es bis zur Auszeichnung geschafft, die Erstbiografie zu vollenden, schmunzelte er.

Ihm, dem gesamten Arbeitskreis und der Initiatorin der Initiative, Gabriele Buisman, galt auch der Dank von Wittmunds Landrat Holger Heymann, der auf weitere Frauenorte im Landkreis hofft: „Frauengeschichte muss in unserer Erinnerungskultur fester verankert werden.“

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