ESENS - In einer schriftlichen Stellungnahme weisen die Esenser Mitglieder der Partei Bündnis 90 / Die Grünen die Vorwürfe im Leserbrief von Klaus Guntermann 'Wie zwei siamesische Zwillinge' energisch zurück.
'Der Leserbrief von Klaus Guntermann soll bei den Lesern den Eindruck vermitteln, dass eine selbstständige Politik von Partei Bündnis 90 / Die Grünen in der Stadt Esens nicht mehr erkennbar sei. Natürlich weiß Guntermann als aktives EBI-Mitglied, dass dem nicht so ist, und es scheint, als würde er sich darüber mächtig ärgern', heißt es in der Antwort von Heiko Lange und Michael Woltersdorf, Vorstand der Grünen, Esens.
Erkennbar werde dies an der nicht erfolgten Unterstützung für den Antrag der EBI im Samtgemeinderat, einen Bürgermeisterkandidaten durch eine gemeinsame Ausschreibung zu finden. Die Ausführungen des Samtgemeindebürgermeisters im Rat und die Überweisung des Antrages in die Fraktionen werden ihm sicherlich die Augen geöffnet haben.
'Die Kandidatenfindung ist keine – mit Steuergeldern finanzierte Aufgabe der Räte, sondern die Parteien und Wählergemeinschaften und einzelne Bewerber müssen in demokratische Vorleistung gehen, um den Bürgern eine Auswahl zu ermöglichen. Wir Grünen haben diesen demokratischen Auftrag, unserem Selbstverständnis entsprechend ernst genommen und – ohne erst auf einen Antrag der EBI zu warten – Gespräche mit kompetenten Bewerbern geführt', so Michael Woltersdorf.
Diese Gespräche waren erfolgreich. Wäre es nicht so gewesen, hätte die Partei natürlich eine Ausschreibung für diese so wichtige Position auf eigene Kosten durchgeführt.
'Dass wir eine, durch seine erfolgreiche Arbeit anerkannte und kompetente Person aus der Region für die Kandidatur in der Samtgemeinde Esens gewinnen konnten, ist natürlich sehr erfreulich', betont Heiko Lange.
Durch die Zusammenarbeit mit der SPD und der Wählergemeinschaft Bürgerwille in der Mehrheitsgruppe im Rat sei es für die Grünen selbstverständlich, sich in dieser wichtigen Entscheidung mit den Partnern abzustimmen. Auch den aufmerksamen Lesern des HARLINGER bleibe nicht verborgen, dass die EBI in dieser wichtigen Frage der Kandidatenfindung für die Position des Samtgemeindebürgermeisters bislang nicht erfolgreich agiert habe und die Aufgabe mit ihrem Antrag an den Rat habe abschieben wollen.
Dass sich ein aktiver EBI-Mitstreiter über die erfolgreiche Arbeit der Grünen in der Mehrheitsgruppe SPD/Grüne/Bürgerwille ärgere, sei verständlich. Diesen Frust durch Veröffentlichung zweifelhafter Ansichten abzubauen, sei jedoch 'armselig', offenbare sich doch darin die Hilflosigkeit in dieser wichtigen politischen Frage. Zwei Kandidaten stehen fest. Ob die EBI diese Auswahl bereichert, bleibe abzuwarten. Entscheiden, wer gewinnt, werde der Bürger.
