Esens - Auf ganz unterschiedliche Zielgruppen ist das Neubaugebiet Hartwarder Straße West in Esens ausgerichtet. Die Vorarbeiten sind mittlerweile angelaufen, wie Reinhard Feldmann, stellvertretender Stadtdirektor, auf Nachfrage berichtet. Jetzt werde die Baustraße hergestellt, und die Gebäude der Gaststätte „Alte Schmiede“ sind so weit entkernt, dass in Kürze der Abbruch erfolgen kann.
Als zentrale Zuwegung von der Hartwarder Straße aus wird die neue Straße Nordorfer Burg realisiert. Direkt im Kreuzungsbereich plant der KBV „Eenigkeit“ Esens-Moorweg auf einer öffentlichen Fläche den Bau eines Vereinsheims. „Mit den Planungen sind wir aber noch ziemlich am Anfang“, erklärt Vereinsvorsitzender Thomas Patrzeck. So seien die Finanzierung und die Frage noch nicht geklärt, ob vielmehr eine Art Dorfgemeinschaftshaus entsteht. „Hinein spielt auch die aktuelle Explosion bei den Baukosten.“ Die mehr als 150 „Eenigkeit“-Boßeler finden auf der Hartwarder Straße in Richtung Ostbense ihre Hausstrecke. Ihnen fehlt nach Schließung der „Alten Schmiede“ ein passender Treffpunkt – „auch für die Jugendabteilung“, wie Patrzeck betont. Ende 2022 wolle man mit der Umsetzung des Neubaus beginnen.
Häuser bei der alten Schmiede
Im südlichen Teil des Gebiets, dessen Festsetzungen die Kommune im Bebauungsplan 100 formuliert hat, bleibt ein jüngeres Wohnhaus der Familie Ellen und Karl Freese bestehen. Auf dem übrigen ehemaligen „Schmiede“-Grundstück in Nachbarschaft zum Verwaltungssitz der Deich- und Sielacht Esens-Harlingerland wird eine Stichstraße angelegt, an der drei Gebäude mit barrierefreien Wohnungen entstehen könnten. „Hierfür wie auch für die weiteren Bereiche der Siedlung existiert ein Konzept. Wie die Gebäude eines Tages aber tatsächlich aussehen, ist noch offen“, merkt Feldmann an. Der Stadtrat habe beschlossen, dass die kurze Stichstraße „An der alten Schmiede“ heißen soll.
Nördlich dieser Häuser errichtet die Unternehmensgruppe Pflegebutler mit Sitz in Friedeburg einen Wohnpark, der Betreutes Wohnen mit integrierter Tagespflege und ambulante Betreuung unter einem Dach vereint. Die Gründungsarbeiten laufen bereits. Geschäftsführer Heiko Friedrich rechnet mit einer 15-monatigen Bauzeit für seine 5,3 Millionen-Euro-Investition. „Pflegebutler sieht hier 32 Appartements von jeweils 30 Quadratmetern Größe vor sowie 40 Plätze für die Tagespflege. Es sollen 40 neue Arbeitsplätze geschaffen werden“, sagt Friedrich. Er rechnet mit einem Einzugsgebiet aus der gesamten Samtgemeinde Esens.
Mietwohnungsbau
Auf der nördlichen Seite der neuen Straße Nordorfer Burg hat die Stadt Esens einen Streifen ausgewiesen, der dem Mietwohnungsbau vorbehalten ist. „Dafür haben sich bereits mehrere Investoren gemeldet, mit denen wir im Gespräch sind“, berichtet Reinhard Feldmann. Hier sei eine maximale Gebäudehöhe von neun Meter zulässig.
Direkt am zentral eingeplanten Regenrückhaltebecken von mehr als 3000 Quadratmetern Wasserfläche hatte der Leinerstift ursprünglich eine Einrichtung errichten wollen – Pläne, die nicht mehr aktuell sind. So will die Kommune auf diesem Areal sozialen Wohnungsbau ermöglichen. Der stellvertretende Stadtdirektor: „Das steht uns gut zu Gesicht.“
Platz für Einfamilienhäuser
Im hinteren Bereich bietet die Stadt in Nachbarschaft zur Ewald-Neemann-Jugendherberge drei Grundstücke für Einfamilienhäuser an, „denn die Zahl der Bauwilligen ist deutlich größer als die der vorhandenen Bauplätze“, so Feldmann. Sie liegen an einem Verkehrswendeplatz. Daneben verbleiben zwei Grundstücke, die dem bisherigen Geländeeigentümer zum Bau von Einfamilienhäusern verbleiben.
Im Bebauungsplan 100 inkludiert ist das südlich angrenzende Areal des Autohauses Janssen: Auf dieser „eingeschränkten Gewerbefläche“ sind lediglich das Abstellen von Fahrzeugen und das Errichten von Garagen möglich, jedoch keine Gewerbeansiedlung. Die nächste größere Möglichkeit für bauwillige Familien ergibt sich ganz in der Nähe im Neubaugebiet Armenland westlich der Bensersieler Straße. Bis zur Baureife müssen die vielen Interessenten allerdings noch Geduld aufbringen.
