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Sara oppenheimer Nach Frauenort-Auszeichnung geht die Forschung in Esens weiter

Esens - Die öffentliche Auftaktveranstaltung zum frauenOrt Sara Oppenheimer Esens im Oktober in der St.-Magnus-Kirche wirkt nach. So gab es eine ganze Reihe von Reaktionen, in denen man sich vor allem für die Arbeit des extra für das Projekt gegründeten Arbeitskreises bedankte und den Mitgliedern Anerkennung zollte. Die Mitwirkenden hätten mit dem interkulturellen und interreligiösen Miteinander ein Zeichen gesetzt, so der Tenor.

Katrin Rodrian von der Ostfriesischen Landschaft beispielsweise lobte, dass es sehr besonders am FrauenORT Esens sei, dass die ganze Vorbereitung von einem so großen Kreis an Ehrenamtlichen getragen worden ist. Zahlreiche Sitzungen in Arbeitsgruppen und im Plenum, Telefonate und Absprachen via Mail in mehr als einem Jahr hätten schlussendlich zum Erfolg geführt.

Grußworte aus den jüdischen Gemeinden

Auch der Evangelische Regionalbischof Dr. Detlef Klahr bedankte sich im Nachgang für die stimmungsvolle Veranstaltung, die von den musikalischen Beiträgen der hochkarätigen Altistin Julie Comparini und ihrer Pianistin Kristina Legostaeva ebenso getragen worden sei wie durch die Wortbeiträge unterschiedlicher Laudatoren. So brachten Marina Jalowaja, die Vizepräsidentin des Landesverbandes jüdische Gemeinden in Niedersachsen, Sozialministerin Daniela Behrens (SPD) und Marion Övermöhle-Mühlbach, Vorsitzende des Landesfrauenrates Niedersachsen, Grußworte. Einen Text von Dr. Elisabeth Schlesinger, Vorsitzende der jüdischen Gemeinde zu Oldenburg, verlas Jens Ritter, Vorsitzender des gastgebenden Ökumenischen Arbeitskreises Juden und Christen in Esens.

Dr. Klahr begeisterte ebenso der Festvortrag, in dem Gabriele Buisman und Karin Garlichs aus dem Frauenort-Arbeitskreis das Leben und Wirken der aus Esens stammenden Konzertsängerin mit Bildern untermalt skizzierten. Auch die Thematik des seinerzeit vom St.-Magnus-Kirchenvorstand abgesagten Konzerts schnitt das Duo an.

Gerd Rokahr forscht weiter zu Oppenheimer

Genau an diesem Punkt setzt der Esenser Historiker Gerd Rokahr an, der das Leben Sara Oppenheimers (1840–1906) weitestgehend erforscht und in einem 208 Seiten starken Buch veröffentlicht hat. Vor allem aus zeitlichen Gründen ist er nämlich nicht dazu gekommen, die Hintergründe des ausgefallenen Oppenheimer-Gastspiels zu beleuchten. „Bis zum Jahresende werde ich mich vorwiegend mit dem verhinderten Konzert in der Esenser Kirche beschäftigen“, berichtet er.

„Als Esenser Musikliebhaber Sara Oppenheimer im Sommer 1864 gebeten hatten, in der St.-Magnus-Kirche ein Konzert zu geben, wurde dieses Vorhaben vom Kirchenvorstand zunächst mit großer Mehrheit befürwortet. Kurz darauf gelang es jedoch rückwärtsgewandten und intoleranten Kreisen, das Konzert zu verhindern“, berichtet Rokahr vom Hintergrund. Er arbeite an einem Aufsatz über diesen Fall, in dem er die Motive der beteiligten Personen sehr genau untersuchen möchte. „Meine Arbeit an der Sara-Oppenheimer-Biografie ist also längst noch nicht abgeschlossen.

Außerdem arbeite der Esenser Heimatforscher an der Konzeption einer Ausstellung über Sara Oppenheimer mit. „Die soll Ende Mai kommenden Jahres präsentiert werden“, kündigt Gabriele Buisman an, die seinerzeit Initiatorin für den frauenORT in Esens war. Man sei derzeit damit beschäftigt, ein Konzept zu erstellen. Beteiligt seien neben Rokahr und ihr Anke Kuczinski, Leiterin des jüdischen Museums August-Gottschalk-Haus, und Kulturwissenschaftlerin Anna Domdey, Praktikantin von Musealog. „Wir sind also weiterhin intensiv mit Sara Oppenheimer beschäftigt.“

Detlef Kiesé
Detlef Kiesé Redaktion Wittmund
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