ESENS - In Esens und umzu scheint es viele Liebhaber der Chormusik zu geben. Dazu kommt im Advent sicher auch der Wunsch nach vorweihnachtlichen Klängen nicht nur aus Kaufhauslautsprechern. So konnte sich auch der Norder Chor 'Soli Deo Gloria' bei seinem Adventskonzert in der St.-Magnus-Kirche über zahlreiche Besucher, die auch aus weiter entfernten Teilen Ostfrieslands den Weg nach Esens gefunden hatten, freuen.

Seine Popularität hat der Norder Chor nicht zuletzt durch die Art seines Vortrages und die Auswahl seiner Lieder. Das wurde bereits im ersten Liederblock deutlich, in dem er vier Lieder zeitgenössischer Komponisten vortrug, deren Melodien mehr aus der Popularmusik als aus klassischer Tradition kamen, die aber vielleicht gerade deshalb großen Anklang fanden.

In einem zweiten größeren Liederblock zeigte der Chor dann, dass er auch klassische Stücke, von Heinrich Schütz bis Camille Saint-Saens, zu gestalten weiß. Immer mit großer Klangfülle, strahlenden Sopranen und packender Dynamik.

Das verdankt der Chor, der sich als überkonfessionelle Gemeinschaft versteht, vor allem seinem Dirigenten, Tai-Lee Park, Zahnarzt aus Norden. Seit vielen Jahren ist er die Seele des Chores, der im kommenden Jahr sein 20-jähriges Bestehen feiert.

Dass es ihm nicht nur um die Musik geht, dass sie für ihn auch Ausdruck seiner christlichen Glaubensüberzeugung ist, machten vor allem zwei Eigenkompositionen deutlich, mit denen er die scheidende Jahreslosung 2013 und die neue für 2014 vertont hatte. In die eingängigen Melodien bezog er die Zuhörer mit ein. Ebenso einstimmen konnten sie in vier alt bekannte Adventslieder, die der Chor mit dazu passenden Gesängen umrahmte. So füllte sich die St.-Magnus-Kirche mit dem Gesang aus vielen, vielen Kehlen.

Eher meditativ wurde es bei den wohlklingenden Klängen des Klarinetten-Solisten Cosmo Kraaijeveld. Der 17-jährige Schüler des Norder Ulrich-Gymnasiums, der sich bereits durch einen 2. Platz auf Landesebene beim Wettbewerb 'Jugend musiziert' in seinem Instrumentenfach einen Namen gemacht hat, verzauberte die Zuhörer durch die Klänge seines In-struments. Abgeklärt und ruhig, aber mit großer Ausdruckskraft, gestaltete er so – fast professionell – unter anderem das Adagio F-Dur für Klarinette und Klavier von Wolfgang Amadeus Mozart. Das war Musik zum Träumen, befand das begeisterte Publikum.

Nicht verschwiegen werden darf dabei seine Begleiterin am Klavier, Jinzi Ju, die auch den Chorgesängen eine stabile, dynamisch mitgehende Begleiterin war, ebenso wie Mareike Vogt mit der Querflöte, die einige Chorstücke ausschmückte. Das Publikum dankte mit lang anhaltendem Applaus, der mit zwei Zugaben belohnt wurde.

Vor und nach dem Konzert sowie in der Pause hatten sich viele die über sechzig Krippen der Privatsammlung Benkendorff, die zum ersten Mal in der St.-Magnus-Kirche gezeigt werden, angesehen. Sie sind in dieser Woche noch jeden Tag von 10 bis 12 und von 15 bis 18 Uhr in der St.-Magnus-Kirche zu sehen.

Während des Adventskonzertes am Wochenende verstärkten die Krippen die vorweihnachtliche Stimmung und trugen so auch mit bei zu einem gelungenen Konzertereignis.