Esens - „Esens ist eine Fahrradstadt und wurde dafür in Hannover schon einmal als ,Fahrradfreundliche Gemeinde in Niedersachsen‘ ausgezeichnet.“ Daran erinnert Stadtdirektor Harald Hinrichs. Doch das sei lange her. Inzwischen habe sich viel getan. Die Entwicklung sei vorangeschritten, nicht nur durch E-Bikes, sondern auch durch die Corona-Pandemie. Deshalb soll das Radfahren in Esens wieder attraktiver werden, so der Wunsch und das Ziel von Rat und Verwaltung.
Antrag der EBI
Schon 2019 wurde auf Antrag der Fraktion Esenser Bürgerinitiative (EBI) die Erarbeitung eines zeitgemäßen und zukunftsfähigen Radwegekonzeptes beschlossen. Dafür solle ein Planungsbüro beauftragt werden. Die Verwaltung habe daraufhin ein Angebot eingeholt. Das hätte Kosten in Höhe von 17 000 Euro verursacht. Aufgrund der bisher nicht kalkulierbaren finanziellen Auswirkungen der Corona-Pandemie wurde das Thema zunächst zurückgestellt, jetzt aber wieder aufgegriffen.
Notwendigkeit besteht
Die Notwendigkeit eines Fahrradkonzeptes für Esens ist nach wie vor gegeben. Darauf hat die EBI immer wieder hingewiesen. Vorrangig möge es um eine Verbesserung der vorhandenen Radwege gehen. Darüber hinaus sollte die Ausarbeitung ein echtes Mobilitätskonzept beinhalten, aus dem hervorgeht, mit welchen Maßnahmen ein Umstieg vom Auto auf das Fahrrad unterstützt werden kann, so Hinrichs in einer Sitzung des Bauausschusses der Stadt Esens.
„Wir müssen das Rad nicht neu erfinden“, sagte er und verwies nach Friesland. Dort habe Jever „einen guten Aufschlag“ gemacht mit dem Fahrradplan online.
Beispiel Jever
Der dort von einem Mitarbeiter der Stadtverwaltung und einem Fahrradbeauftragten erarbeitete Entwurf könnte nach Auffassung der Verwaltung eine gute Vorlage für die Stadt Esens sein. Deshalb schlage die Verwaltung vor, für die Stadt Esens neben ein bis zwei Mitarbeitern jeweils einen Vertreter der im Rat der Stadt vertretenen Fraktionen in eine Arbeitsgruppe zu berufen, in der das Fahrradkonzept erarbeitet wird und an dem man in den kommenden Jahren dran bleiben müsse, eventuell mit einem ehrenamtlichen Fahrradbeauftragten.
Fahrradbeauftragter
Dazu Grünen-Ratsherr Martin Mammen: „Das ist eine super Vorlage. Das Beispiel Jever ist in vielen Teilen auch in Esens umsetzbar und könnte eventuell sogar auf die Samtgemeinde Esens ausgeweitet werden.“
Als ehrenamtlichen Fahrradbeauftragten schlägt Fokko Saathoff (SPD) Reinhard Schulz vor. Er sei in Sachen Fahrrad schon vielfach tätig gewesen und verfüge über einen großen Erfahrungsschatz.
Besonders begrüßt wird das Vorhaben „Fahrradkonzept Esens“ von Dave Münster seitens der EBI. „Die Anzahl der Radfahrer in Esens und darüber hinaus nimmt stetig zu, nicht nur durch E-Bikes, Urlauber und Corona, sondern auch durch Lastenräder.“ Um den Umstieg vom Auto auf das Fahrrad zu unterstützen und ein echtes Fahrradkonzept zu schaffen, bedarf es eines Umdenkens aller. Dave Münster schlägt als Fahrradbeauftragten Friedrich Thedinga vor.
Auch Siebo Siebelts (CDU) stimmt dem Vorhaben zu.
