Esens - Die Schülerinnen und Schüler sitzen in ihren Kostümen auf den Stufen zum Altarraum und sprechen sich ein. In ein paar Minuten beginnt der Friedenslicht-Gottesdienst. Ansonsten ist die St.-Magnus-Kirche leer, denn der Gottesdienst wird gefilmt. Schnell gehen alle Teilnehmer auf ihre Plätze, einige Anweisungen werden geflüstert, dann geht die Aufnahme los und es ertönt Klaviermusik.
„Dieser Gottesdienst war eine Idee unserer Schule gemeinsam mit der Kirchengemeinde“, erklärt Michael Neben, Schuldiakon und Lehrer der Herbert-Jander-Schule in Esens. Schon im Sommer gab es einen gemeinsam organisierten Einschulungsgottesdienst. Den Gottesdienst zur Aussendung des Friedenslichtes auf Betlehem haben jetzt die sechsten Klassen der Esenser Hauptschule vorbereitet. Den Rahmen gestaltet Pastorin Anna Bernau.
Englisches Theaterstück der sechsten Klasse
„24 Schülerinnen und Schüler sind dabei“, sagt Michael Neben. Sie haben sich vor dem dritten Advent in einer Projektwoche mit dem Thema befasst. Jede der sechsten Klassen hat dabei einen Teil des Gottesdienst vorbereitet. Die 6a führt ein Theaterstück auf, das sogar auf Englisch ist.
Darin geht es um die Hirten aus der Weihnachtsgeschichte. Sie bekommen vom Engel Gabriel gesagt, dass Jesus in Bethlehem geboren wurde und sie dorthin gehen sollen. Dabei bekommen sie Hilfe von weiteren Engeln. Die 6b spricht Texte zum Friedenslicht aus Bethlehem. Im Anschluss an den Gottesdienst nehmen die Schüler das Licht mit in die Schule. Der Rest des Tages ist ein Projekttag zum Friedenslicht. „Die Schüler, die hier sind, haben sich das ausgesucht“, sagt Michael Neben. Es werde an der Schule darauf geachtet, dass Schülerinnen und Schüler anderer Religionen nicht gezwungen werden, an solchen Aktionen teilzunehmen, wenn sie das nicht möchten.
Digitale Weihnachtsfeier an der Schule
Ursprünglich war der Gottesdienst als Schulveranstaltung geplant. Doch die Pandemie verhindert das. Deshalb organisiert die Schule eine digitale Weihnachtsfeier. „Da wird der Film dieses Gottesdienstes gezeigt“, sagt Michael Neben. Auch andere Klassen hätten Filmprojekte gemacht. Auch interessierte Esenser und Esenserinnen können sich den Gottesdienst ansehen: Am Mittwoch von 9.30 bis 11.30 Uhr ist der Film in der St.-Magnus-Kirche zu sehen.
Friedenslicht mit nach Hause nehmen
Das Friedenslicht können Interessierte hier mitnehmen:
in der St.-Magnus-Kirche: bei der täglichen Andacht (13. bis 23. Dezember) um 18 Uhr sowie montags bis donnerstags von 10 bis 16 Uhr, freitags von 10 bis 15 Uhr und sonntags vor und nach dem Gottesdienst
in Ochtersum am 14. Dezember von 14.30 bis 16 Uhr in der Kirche
beim Wochenmarkt in Esens am 15. Dezember vor dem Mehrgenerationenhaus
im Mehrgenerationenhaus „Im Giebel“ in Esens, täglich von 9 bis 12 Uhr
beim Wochenmarkt in Wittmund am 16. Dezember vor dem Kreishaus
beim Awo-Kreisverband Wittmund in der Friedenstraße 16, täglich von 9 bis 12 Uhr
Hintergrund
Das Friedenslicht aus Bethlehem wird seit 1986 jedes Jahr in den Wochen vor Weihnachten nach Europa gebracht. Die Idee entstand im Österreichischen Rundfunk (ORF).
Ein Kind aus Oberösterreich entzündet das Friedenslicht in Betlehem in der Geburtsgrotte der Kirche. In einer sicheren Lampe wird es von dort im Flugzeug nach Wien gebracht. Am dritten Adventswochenende wird es mit dem Zug innerhalb Österreichs und in die meisten andere Länder Europas verteilt.
Im Jahr 1993 lernten zwei Pfadfinder aus Deutschland das Friedenslicht kennen. 1995 wurde das Licht zum ersten Mal aus Wien abgeholt und kam nach Deutschland. In den Gemeinden, die daran teilnehmen, können die Menschen eigene Kerzen daran entzünden und das Licht mit nach Hause nehmen.
In diesem Jahr steht das Friedenslicht unter dem Motto: „Friedensnetz – ein Licht, das alle verbindet“
