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frauenORT Esens Sozialministerin gratuliert der Oppenheimer-Stadt

Esens - Ein großer Tag für eine große Künstlerin: Am Sonntag, 17. Oktober, dreht sich in Esens alles um die dort gebürtige Opernsängerin Sara Oppenheimer, nach der vor sieben Jahren ja auch eine Straße benannt wurde. Nun aber erhält die Bärenstadt im Kontext mit der erfolgreichen Kulturschaffenden jüdischen Glaubens eine Auszeichnung des Landesfrauenrates. Wie 42 weitere Kommunen in Niedersachsen wird Esens somit zum frauenORT.

„Die Veranstaltung reiht sich aber auch ein in das bundesweite Festprogramm ,321–1700: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland‘, das unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank Walter Steinmeier steht“, erklärt Eva Hadem, Superintendentin des Kirchenkreises Harlingerland. Sie ist Sprecherin einer Arbeitsgruppe aus Ehrenamtlichen, die die Festveranstaltung an dem besagten Sonntag im Oktober seit eineinhalb Jahren vorbereitet, weitere Aktionen initiiert und zur Person Sara Oppenheimers geforscht haben.

Eröffnung des frauenORTs in der St.-Magnus-Kirche

Die offizielle Eröffnung des frauenORTes findet in der evangelisch-lutherischen St.-Magnus-Kirche statt. „Ob sie allerdings öffentlich zugänglich sein wird, lässt sich aktuell noch nicht sagen“, bittet Bürgermeisterin Karin Emken, eines der Mitglieder des Arbeitskreises, um Verständnis. Man wolle diesen für die Stadt besonderen Tag liebend gerne mit allen interessierten Menschen feiern, werde die Entscheidung allerdings erst Anfang Oktober nach der dann herrschenden pandemischen Lage treffen können.

Ihr Kommen zugesagt hat Niedersachsens Sozial- und Gleichstellungsministerin Daniela Behrens, die in ihrer Funktion als Schirmfrau der Initiative frauenORTe Niedersachsen ebenso ein Grußwort sprechen wird wie Landesfrauenratsvorsitzende Marion Övermöhle-Mühlbach und die Oldenburger Rabbinerin Alina Treiger. Weitere Redebeiträge kommen von Bürgermeisterin Karin Emken, Rico Mecklenburg (Präsident der Ostfriesischen Landschaft), Regionalbischof Dr. Detlef Klahr, Wittmunds Landrat Holger Heymann und Jens Ritter, Vorsitzender des Ökumenischen Arbeitskreises Juden und Christen, der die Aufnahme in die Liste der frauenORTe beantragt und erhebliche Fördermittel nach Esens geholt hatte.

Festvortrag mit Lebensgeschichte von Sara Oppenheimer

Die Arbeitsgruppenmitglieder Karin Garlichs, Gabriele Buisman und Detlef Kiesé stellen in Form eines Festvortrags das Leben und Wirken Sara Oppenheimers (1844–1906) vor, wobei die jüngste wissenschaftliche Arbeit von Chronist Gerd Rokahr im Mittelpunkt steht. In vielen Monaten hat der Autor die interessante Lebensgeschichte der berühmten Opernsängerin zusammengetragen. Das Resultat, ein 208 Seiten starkes Buch mit 80 Abbildungen, wurde von Dr. Paul Weßels, dem Leiter der Landschaftsbibliothek Aurich redigiert und im Enno-Söker-Verlag hergestellt.

Das Werk mit dem Titel „Sara Oppenheimer. Lebensumstände und Repertoire einer jüdischen Opern- und Konzertsängerin aus Esens in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts“ wird im Rahmen des Festaktes vorgestellt. Als erste Frau aus Esens absolvierte Oppenheimer ein Studium am renommierten Konservatorium in Leipzig. Nach abgeschlossener Ausbildung hat die junge Opernsängerin an den Staatstheatern Köln und Frankfurt a. M. Karriere gemacht und ist als gefeierte Konzertsängerin aufgetreten.

Im Rahmenprogramm intoniert die Altistin Julie Comparini, begleitet von Kristina Legostaeva am Flügel, Kompositionen, die Sara Oppenheimer vor 150 Jahren in ihren Konzerten dargeboten hat: beispielsweise Arien von Giuseppe Verdi, Felix Mendelssohn-Bartholdy und Giacomo Meyerbeer. Saxofonist Werner Schmidt schlägt sodann den Bogen zur Musik der Gegenwart. Am Nachmittag bietet Stadtführer Friedrich Appelt einen Rundgang zu Orten jüdischen Lebens in Esens an.

Damit der frauenORT Sara Oppenheimer weiterhin präsent bleibt, weißt eine Tafel „Esens historisch“ in der Herdestraße auf ihr Geburtshaus hin. Am 17. Oktober wird beim jüdischen Museum August-Gottschalk-Haus außerdem ein Schild enthüllt. Auf der Basis der wissenschaftlichen Erkenntnisse, die laut Rokahr in Details sogar noch ergänzt werden könnten, sind Vorträge, eine Wanderausstellung und andere Veranstaltungen geplant. Die Ewald-Neemann-Jugendherberge Esens bietet im kommenden Jahr für Frauen Wochenendseminare an, in denen Sara Oppenheimer eine gewichtige Rolle spielt.

Detlef Kiesé
Detlef Kiesé Redaktion Wittmund
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