Esens - Noch sind das alte Müllergebäude und der Anbau vom Museum „Leben am Meer“ eine einzige Baustelle. Aber Museumsleiterin Anke Kuczinski hat die Hoffnung, bis zu den Sommerferien wieder zu öffnen. „Der Bereich im Mühlenturm soll schon zu Saisonbeginn im März wieder aufmachen“, sagt sie.
Regionale Unternehmen
Bis zum Sommer ist noch einiges zu tun. Der Umbau hat gerade erst begonnen – mit einer Verzögerung von mindestens sechs Monaten. „Das war Corona geschuldet“, sagt Esens ehrenamtliche Bürgermeisterin Karin Emken. Bei der derzeitigen Auftragslage sei es nicht leicht, an Handwerker zu kommen.
Wichtig war dem Heimatverein, Unternehmen aus der Region auszuwählen – solange sie der Ausschreibung entsprechen. So sind das Bauunternehmen Wilhelm Ihnken aus Stedesdorf, Elektro Jeschke aus Blomberg und Sanitärbau Matulla aus Esens beteiligt.
Spielecke geplant
Die wichtigste Neuerung: die Sanitäranlagen. Sie waren vorher verteilt, nicht barrierefrei und zudem nicht mehr zeitgemäß. Sie werden nun zentral neu gebaut. „Hier kommen zwei Herren- und zwei Damentoiletten hin, eine Behindertoilette und eine fürs Personal“, sagt Anke Kuczinski. Die Gemäldesammlung, die im Museum verwahrt wird, kommt künftig ins Obergeschoss und erhält eine spezielle Lüftung. „Solche Gemälde können nur eine bestimmte Luftfeuchtigkeit ab“, erklärt Heiko Willms. Außerdem ist eine Spielecke für Kinder geplant. „Wir wollen ja auch familienfreundlich sein.“
Ebenfalls saniert wird der Veranstaltungsraum. Er soll für 30 bis 50 Personen Platz bieten und bekommt – dort, wo bislang das Behinderten-WC war, eine Tür. „So müssen die Menschen nicht zu einer Veranstaltung immer durch die ganze Ausstellung laufen“, erklärt Karin Emken.
Längere Frist
Emken ist als Vertreterin der Stadt vor Ort. Denn das Gebäude wird zwar vom Heimatverein für das Museum genutzt, Eigentümerin aber ist die Stadt. Und sie, ebenso wie das Land Niedersachsen, und die VR-Stiftung der Volksbanken und Raiffeisenbanken, unterstützt den Umbau finanziell. Die Frist für die Förderung wurde von Land und Stadt verlängert – um der Corona-bedingten Verzögerung Rechnung zu tragen.
„Ohne diese Unterstützung wäre uns das als Verein gar nicht möglich“, sagt Heiko Willms, Vorsitzender des Heimatvereins. Die Kosten für den Umbau belaufen sich laut aktueller Einschätzung auf etwa 138 000 Euro. Besonders beachtet werden muss bei den Arbeiten dabei immer, dass der Mühlenturm und das alte Müllergebäude unter Denkmalschutz stehen. Gleichzeitig soll das Museum durch die Sanierung energiesparender werden und es sollen nachhaltige Materialien verwendet werden.
Museumsgütesiegel
Immer im Blick hat das Museumsteam die Auszeichnung mit dem Museumsgütesiegel. Das aktuelle Siegel läuft zum Jahresende aus. „Dazu gehört auch, dass etwa Toiletten barrierefrei sind“, sagt Karin Emken. Der Antrag laufe bereits, die Prüfung erfolge demnächst, sagt Anke Kuczinksi.
Die Zeit bis zum Beginn der Umbauarbeiten hat das Museumsteam sinnvoll genutzt, findet Anke Kuczinski. „Wir haben unsere gesamte Sammlung überarbeitet, geschaut, was restauriert werden muss, nebenbei die Einrichtung der Ausstellung zu Stadtgeschichte geplant“, zählt sie auf.
