ESENS - Gespannt warteten gestern die Organisatoren des dritten Esenser Rettungstages auf das Ende der starken Regenfälle, die gleich nach dem Aufbau der Stationen auf dem Marktplatz am Sonnabend Abend begannen, dann aber pünktlich zu Beginn der Veranstaltung nach der Kirche einem warmen Frühlingstag Platz machten.

Geboten wurde nach dieser Zitterpartie ums Wetter dann aber noch mehr Spannung, denn die Hilfsorganisationen Freiwillige Feuerwehr, Deutsches Rotes Kreuz, Deutsche-Lebensrettungs-Gesellschaft, der Rettungsdienst Promedica und die Polizei hatten wieder allerhand spannende Programmpunkte rund um die Rettung und Versorgung bei Unglücken und Unfällen dabei.

Eindrucksvoll waren allein schon die Fahrzeuge. Kinder konnten sich den Traum, einmal im Feuerwehrauto zu sitzen, erfüllen oder ließen sich auf dem Polizeimotorrad von Angela Thölen fotografieren. Die Polizistin hatte pausenlos zu tun. Stumm wurden die Passanten bei den Fotos von tödlichen Unfällen, die die Polizei ausstellte. 'In diesem Jahr ist in der Region schon viel passiert', meinte die junge Beamtin.

Probe sitzen durfte man auf dem Rettungs-Quad des Rettungsdienstes Promedica. Es wird auf der Insel Norderney eingesetzt, wenn ein Notruf aus den Dünen oder vom Strand aus den Rettungsdienst erreicht. Das Quad kann bis zu 80 Stundenkilometer fahren, der feine Strandsand ist für das wendige Gefährt kein Problem. Eine medizinische Ausrüstung an Bord des Quads ermöglicht die erste Stabilisierung eines Patienten. Promedica verfügt auf Norderney auch über einen geländegängigen Defender.

In dem Wasserbecken, in dem die Deutsche-Lebens-Rettungs-Gesellschaft seine Ausrüstung demonstrierte, konnten Kinder zur entspannenden Abwechslung auch Angelspiele machen. Denn ein wenig Entspannung zwischendurch war notwendig, hatten es die zwei Übungen doch in sich: Feuerwehr, DRK und Rettungsdienst demonstrierten die Rettung einer verletzten Person aus einem Auto nach einem Verkehrsunfall, moderiert von Ortsbrandmeister Mark Peters. Da hielt so mancher den Atem an. Heiko Noomann vom DRK ließ sich von seiner Kollegin Antje Eden mit Theaterschminke blutig ausstatten und nahm dann im Auto Platz, gefolgt von vielen erwartungsvollen Zuschauern. 'Bei dieser Übung arbeiten wir sehr langsam, damit die Zuschauer auch genau hinschauen können', so Mark Peters. Normalerweise dauerte diese aufwändige Rettungsarbeit nur fünf lebenswichtige Minuten. Auch die zweite Übung wurde mit Spannung verfolgt: Die Feuerwehr simulierte nach einem Gefahrgutunfall die Bergung eines Fasses, angezogen sind die Feuerwehrleute mit Chemikalienschutzanzügen.

Wer sich zwischen all den spannenden Darbietungen eine Pause gönnen wollte, nahm die Angebote des verkaufsoffenen Sonntags wahr. 'Wieder eine runde Sache', freute sich Stadtmanager Adalbert Oldewurtel.