MAMBURG - Beim Dreschen mit dem Dreschflegel ist es ein bisschen wie bei einer Freundschaft: Zu zweit geht es gut, bei drei Freunden ist immer einer etwas über. 'Der Takt muss einfach stimmen', meint Johann Peters aus Ardorf, der gemeinsam mit Frerich Eilts von den Altonaer Döschkers zum Flegel greift und auf die Hafergarben schlägt. Klock, klock, klock, klock – ganz regelmäßig schlagen die beiden Männer auf das Getreide. Acht Hocken liegen auf einer Arbeitsfläche, nach einer Weile müssen sie gewendet werden. Mühselig ist das, aber die Handarbeit fasziniert die vielen Zuschauer, die gestern zum zehnten Döschkefest auf den Hof Altona der Familie Eilts in Stedesdorf gekommen waren. 'Familie und Nachbarn helfen mit', sagt Eilts, der das Fest mit viel Liebe gemeinsam mit Bruder Edo und den Freunden Tjark Cremer und Fritz Janssen vorbereitet. Viel Zeit zum Reden hat er nicht, die Antriebsleine der Dreschmaschine von 1957 ist gerissen und muss repariert werden. Wenig später läuft sie wieder und wird mit Hafergarben gefüllt, Frerich Eilts lässt einen Zentner Hafer in einen Sack rieseln. Getreidesäcke sind die Leidenschaft von Marten Heinen aus Neu Augustengroden, der mit historischen Getreidesäcken der damaligen Händler auf das Fest gekommen ist und sich in die Reihe der vielen Oldtimerclubs auf dem Land neben der Hofstelle eingereiht hat. Er spricht mit Andreas Ihnen aus Ardorf über das Säckeschleppen, das die beiden aus ihrer Zeit als landwirtschaftlicher Gehilfe, auch 'Knecht' genannt, kennen. 'Stell dich mal nicht so an', hatte man damals zu den jungen Männern gesagt, die die 70 bis 80 Kilo schweren Säcke auf den hohen Ackerwagen hieven mussten.
Eingestimmt hat Pastor Rüdiger Grimm die Gäste mit einem Gottesdienst unter freiem Himmel. Die vielen Besucher genossen den lauen Spätsommertag bei den vielen handgemachten kulinarischen Gerichten und Jung kommt mit Alt ins Gespräch über die alte Zeit mit körperlich schwerer Arbeit, aber oftmals mehr Ruhe als heute.
