NEUHARLINGERSIEL - Der Kurverein Neuharlingersiel präsentiert sich bestens aufgestellt. Die Zahlen stimmen – sowohl in der Bilanz für das Geschäftsjahr 2014 als auch bei der Entwicklung der Übernachtungszahlen. Auf der Mitgliederversammlung berichteten Vorsitzende Christine Stolle und Geschäftsführer Andreas Eden von einem guten Saisonverlauf, von einer Qualitätssteigerung und einem hohen Bekanntheitsgrad. Gleichwohl wiesen beide am Dienstagabend im Kursaal daraufhin, dass stetig an der Weiterentwicklung des touristischen Angebotes gearbeitet werden müsse.
'Der Weg für eine gute Zukunft ist geebnet', betonte Eden am Ende seines Geschäftsberichtes. Zuvor hatte er die Zahlen des Geschäftsjahres erläutert und den Jahresüberschuss in Höhe von 137 000 Euro betont (2013 waren es 100 000 Euro). Die Eigenkapitalquote des Vereins liegt bei mehr als 30 Prozent. Größte Einnahmeposition ist der Campingplatzbetrieb mit mehr als 2,2 Millionen Euro (plus 51 000 Euro gegenüber 2013). Um 80 000 Euro geringer als 2013 fiel im Geschäftsjahr 2014 hingegen der Erlös aus dem Betrieb von Hallenbad und Sauna (481 000 Euro) aus. Die Nachbarn, so Eden, hätten ihre Bäder fertiggestellt – und das sei in Neuharlingersiel wie erwartet jetzt zu spüren.
Dass der Kurverein so gut im Rennen um die Gunst der Gäste liege, sei in hohem Maße Resultat guter Zusammenarbeit in Neuharlingersiel und darüber hinaus mit dem Partner im Fremdenverkehr – dem Heimat- und Verkehrsverein Werdum. Dessen Vorsitzender Johann Pieper wies auf die erfolgreiche Zusammenarbeit hin. Darüber hinaus bestätigte er den Neuharlingersielern einen 'klaren Kurs'. Der Kurverein sei Vorreiter auf vielen Feldern.
Neuharlingersiels Bürgermeister Jürgen Peters unterstrich die 'hervorragende Zusammenarbeit' von Gemeinde und Verein. Die Gemeinde, sie sei ihrerseits organisatorisch und finanziell gut aufgestellt, wisse aber auch, dass sich der Ferienort stetig weiterentwickeln müsse, um im Wettbewerb bestehen zu können. Er bat die Mitglieder des Kurvereins allerdings um Verständnis, dass nicht alles auf einmal abgearbeitet und vor allem bezahlt werden könne. Aktuell seien Politik und Verwaltung dabei, die Finanzierung für die Umgestaltung der Ortsdurchfahrt sicherzustellen. Auch werde das Augenmerk unter anderem auf das Buddelschiffmuseum, den Rettungsbootschuppen und den alten Fähranleger gerichtet. Der intakte und authentische Ort werde auch in Zukunft erfolgreich sein, zeigte sich Peters zuversichtlich.
Vorsitzende Christine Stolle ging auf die positive Entwicklung der Gästezahlen ein und machte zugleich auf den Trend hin zu einer immer kürzeren Verweildauer aufmerksam: 'Das müssen wir akzeptieren und damit umgehen.' Den Campingplatz hob Stolle als 'Einnahmeriesen' hervor, um den man sich besonders kümmern werde. Auf Eis liege hingegen das Projekt 'Ärztehaus'. Die Planungen seien weit vorangeschritten und das passende Grundstück vorhanden – aber: 'Der Arzt hat einen Rückzieher gemacht.' Man werde das Vorhaben erst realisieren, wenn ein neuer Arzt gefunden sei, der in Neuharlingersiel den Schritt in die Selbstständigkeit wagen wolle.
Aufbauen will der Kurverein, der die Interessen von 377 Mitgliedern vertritt, auf seine jüngsten Erfolge: Dazu zählen die Zertifizierung zum ersten Thalasso-Nordseeheilbad an der Küste und die herausragenden Ergebnisse einer bundesweiten Kompetenzanalyse. 104 ausgewählte Leitkurorte und Heilbäder wurden dabei genau unter die Lupe genommen. Neuharlingersiel landete dabei mehrfach auf Platz eins.
Stolle und Eden verstehen Qualifizierungen und Top-Bewertungen als Ansporn. Dabei, lobte der Geschäftsführer, könne er auf motivierte und engagierte Mitarbeiter vertrauen.
Die Versammlung bestätigte am Dienstag Heiner Groenhagen für weitere drei Jahre als Mitglied des Vorstandes im Amt. Verabschiedet wurde Gisela Antons nach drei Jahren im Amt der Kassenprüferin. Als Nachfolgerin wurde Dörte Loesing-Mammen einstimmig gewählt.
