Neuharlingersiel - Sollte der erste große Bauabschnitt, unterteilt in viele kleine Bauphasen, eigentlich Mitte Dezember 2020 abgeschlossen sein, stehen nun ein halbes Jahr später die letzen drei großen Schritte zum Erreichen des ehrgeizig und sportlich geplanten ersten großen Etappenziels bevor.
Auf die Frage eines Bürgers, warum man für die Maßnahme so viel länger gebraucht habe, erklärte der Bürgermeister: Die Umgestaltung der Ortsdurchfahrt sei ursprünglich bei halbseitiger Straßensperrung angedacht gewesen. Hinzugekommen seien dann zwei Wochen Frost und gut zwei Monate Regen sowie schließlich einige Überraschungen, die man erst während der Bauarbeiten habe feststellen können.
Heute, 4. Juni, wird der Gehweg auf der nördlichen Straßenseite vom Verkehrskreisel beim Badewerk bis zum Campingplatz sowie auch die Zufahrt zum Wiesenweg freigegeben.
Verkehrssperrung erforderlich
Fertigzustellen sind noch der südliche Fahrradweg bis zum Verkehrskreisel in Höhe des Edeka-Marktes, die Einmündung der Straße Mühlenstrich und die letzten Bepflanzungen und Ausbesserungsarbeiten. Hierfür sei insbesondere aus Gründen der Verkehrssicherheit für die nächsten Tage noch eine Verkehrssperrung erforderlich. „Wir haben Anfang der Woche eine letzte Baubesprechung gehabt und den beteiligten Firmen feste Termine für die Verkehrsfreigaben abverlangt“, sagte Jürgen Peters in seinem Bericht als Bürgermeister. Alle Beteiligten hätten sich so weit verständigt, dass am Freitag, 11. Juni, die Gesamtfahrbahn in der Ortsdurchfahrt und eine Woche später, am Freitag, 18. Juni, die Einmündung Mühlenstrich freigegeben werden.
Danach stünden noch Rest- und weitere Ausbesserungsarbeiten an, die vereinzelt noch zu Verkehrsstörungen führen könnten.
Es gibt auch noch Probleme
Während sich alle Baubeteiligten, Einwohner und Urlaubsgäste nun auf die bevorstehende Fertigstellung des ersten großen Bauabschnitts Ortsdurchfahrt Neuharlingersiel freuen, gibt es auch Probleme: Die Verkehrslenkung von Fußgängern, Rad- und Autofahrern sorgt noch für Kopfschmerzen, wie es in der Bürgerfragestunde und auch aus den Reihen des Rates hieß. Der nördlich der Ortsdurchfahrt verlaufende Gehweg wird auch von Radfahrern genutzt, der südlich der Straße verlaufende, vier Meter breite Radweg auch von Fußgängern – und zwar jeweils in beide Richtungen. Hinzu kommt, dass nicht wenige Radler auch auf den Fahrbahnen fahren und somit den Verkehrsfluss fast zum Erliegen bringen. Ein Überholen der Radler ist für Autofahrer in den verengten Fahrbahnen nicht möglich.
Und auch die Sichtdreiecke in den Einmündungsbereichen der Nebenstraßen bereiten zum Teil noch Sorgen. Mögliche Unfälle mit plötzlich auftauchenden E-Bike-Fahrern sind programmiert. Auch hier müssen Lösungen gesucht und gefunden werden. Zur Verkehrslenkung schlug Ratsherr Karl Mingers vor, die Verkehrszeichen auf Augenhöhe anzubringen. Gisela Antons regte einen Schülerwettbewerb an: Sie sollen „freundliche Hinweistafeln“, keine Verkehrsschilder, entwerfen.
