Osteraccum - „Das erleben wir auch nicht alle Tage. Und auch unser Landrat besucht nicht jedes Jubiläum in der Partei“, sagte gestern der Vorsitzende des SPD-Samtgemeindeverbandes Esens/Inseln, Fokko Saathoff anlässlich der Ehrung des 93-jährigen Adolf Abken in Osteraccum für eine außergewöhnlich lange Parteimitgliedschaft.
1955 war er in die Partei eingetreten. Die Urkunde für 65-jährige Mitgliedschaft wurde ihm im vergangenen Jahr zugestellt. Die Glückwünsche konnten Landrat Holger Heymann, Fokko Saathoff, Kurt Zart und Ilse Reineke Corona-bedingt erst in diesem Jahr überbringen.
Wollte mit anderen was bewegen
„Damals war die Politik nicht so wie heute. Es ging mehr um die Sache“, erinnert sich Adolf Abken. Auch er wollte mit anderen in seiner damals noch selbstständigen Gemeinde Osteraccum etwas bewegen und die Ortschaft entwickeln.
Große politische Vorbilder habe er nicht gehabt. „Das politische Geschäft ist damals noch nicht so hart und persönlich gewesen“, sagt der Jubilar. Parteimitglieder der ersten Stunden waren Diedrich (Opa) Rohlfs, Johann Homeyer und Edo Feddermann. Sie hätten die SPD im Raum Esens aufgebaut. Probleme und und Ziel der damaligen Zeit waren die Arbeitsplatzsituation und niedrige Löhne ohne Tarife. In der Partei habe sich Abken deshalb für die Gerechtigkeit von Arbeitnehmern eingesetzt.
Mehr als 30 Jahre im Gemeinderat
Zuerst als Mitarbeiter der Straßenbaufirma Conny Abken, später als Teilhaber, hat sich Adolf Abken für den Ausbau der Straßen und den ländlichen Wegebau sowie die Entwässerung von Ländereien und an Straßen und Wegen eingesetzt. Mehr als 30 Jahre war er als Fachmann im Rat tätig – nach seinem Eintritt in die SPD zuerst noch unter dem damaligen Bürgermeister der noch selbstständigen Gemeinde Osteraccum, Albert Baack, spätrer im Rat der Gemeinde Stedesdorf.
„Diese hat sich aus den Orten Mamburg, Osteraccum, Stedesdorf und Thunum gegründet. Eigentlich müsste die Gemeinde heute Osteraccum heißen. Dieser Ortsteil ist der älteste. Doch im Rat waren damals mehr Vertreter aus Stedesdorf. Deshalb heißt unsere Gemeinde heute Stedesdorf“, erklärt Abken.
Als besonderes Ereignis aus heutiger Sicht bezeichnet er eine Begegnung mit Helmut Schmidt. „Damals war das nichts Besonderes. Alles war noch im Aufbau und man begegnete sich auf Augenhöhe, auf einer sachlichen Ebene.“
Vorbild für andere
Mit seinem politischen Wirken war Adolf Abken in seiner Partei und Gemeinde selbst Vorbild für andere. Er motivierte Kurt Zart, sich zu engagieren. Und dieser interessierte Ilse Reineke für die Partei und kommunale Arbeit.
Inzwischen ist Adolf Abken 66 Jahre Mitgliede der SPD. „Das ist schon ein herausragendes Ereignis und ein gutes Beispiel für das Wirken in und für die Gesellschaft“, sagte Landrat Holger Heymann. Ausdrücklich lobte er das Engagement für Freiheit. Solidarität und Gerechtigkeit.
