Stedesdorf - In der vergangenen Woche hat der Rat der Gemeinde Stedesdorf mit den Stimmen der Mehrheitsfraktion SPD/Bürgerwille den Aufstellungsbeschluss für das neue Baugebiet „Am hohen Weg/Langestrich“ – gelegen an der Esenser Straße im Dreieck der Straßen Hoher Weg und Norder Weg – gefasst. Entstehen können dort maximal 62 Bauplätze, die durch die Grundstücks- und Projektmanagement-Gesellschaft (GPL) Leer-Wittmund erschlossen werden sollen.
Gegen das Baugebiet und den Aufstellungsbeschluss regt sich die Kritik der Opposition im Rat, sowie von zwölf Anwohnern des Norder Weges.
„Statt den Ortskern auf einer vorhandenen Gemeindefläche weiter zu verdichten und damit den tatsächlichen Bedarf der Stedesdorfer zu decken, soll hier ein Baugebiet am Ortsrand entstehen“, sagt Marion Janssen im Namen der Anlieger im Gespräch mit unserer Zeitung. „Worin liegt für Stedesdorf darin der Sinn? Wir gehen davon aus, dass der Stadt Esens, dort gibt es eine Warteliste von etwa 240 Bauwilligen, aber kein ausreichendes Bauland, ein Gefallen getan werden soll“, so die Anlieger des Norder Weges.
Überhaupt kein Verständnis haben sie für die Entscheidung der Mehrheitsfraktion um Bürgermeisterin Ilse Reineke, die Planung und Erschließung in fremde Hände zu geben. Bisher habe die Gemeinde alle Baugebiete selbst erschlossen und damit für günstige, von Einheimischen bezahlbare Quadratmeterpreise gesorgt. Das laut Janssen in der jüngsten Ratssitzung gefallene Argument „Auch das Ehrenamt hat irgendwann ein Ende“ wolle man nicht gelten lassen. Die Wählergemeinschaft als Opposition habe angeboten, die Erschließung und Vermarktung zu übernehmen oder zumindest dabei zu unterstützten. Darüber sei man jedoch einfach hinweggegangen.
Schon jetzt sei die Rede von Quadratmeterpreisen von 90 bis 120 Euro und mehr. „Das sind Preise, die Berufsanfänger und junge Familien nicht oder kaum bezahlen können“, so Janssen. Das ändere auch nicht der Zuschnitt der Bauplätze in der Größe von etwa 650 bis 750 Quadratmeter, auf denen auch Mehrfamilienhäuser entstehen sollen. Grundsätzlich kritisieren die Anlieger, im Vorfeld des Aufstellungsbeschlusses nicht ausreichend informiert worden zu sein. „Bürgerfragestunde war erst nach dem Beschluss. Vieles ist erst in der Ratssitzung bekannt geworden, so ein Lärmschutzwall oder gar eine -wand“, so Janssen. Bei der Abstimmung habe ein Planer für ein ganz anderes Projekt mit am Tisch gesessen und beraten. Das sei ein Verfahrensfehler, weshalb man nun die Kommunalaufsicht bemühen wolle, seien sich die Anlieger einig.
