Stedesdorf/Osteraccum - Die Wählergemeinschaft „Für die Gemeinde Stedesdorf“ sieht das Bauvorhaben „Floating Homes“ in Osteraccum und Thunum kritisch. Das Ausmaß des geplanten Projekts auf dem 17 Hektar großen Gebiet mit insgesamt 66 Ferien- und Dauerwohnhäusern, mit zahlreichen Stellflächen für Tiny-Häuser, Wohnmobile und Wohnwagen „überfordere und zerstöre gewachsene dörfliche Strukturen“, teilte die im Gemeinderat sitzende Wählergemeinschaft mit. Eine nachhaltige regionale Entwicklung sollte nach deren Ansicht die Interessen der Menschen vor Ort berücksichtigen und sich nicht allein von den Gedanken der Gewinnmaximierung einzelner Personen leiten lassen.
Die dörflichen Interessen würden in den vorliegenden Plänen kaum beachtet. Landwirtschaftliche Fläche sowie eine intakte Umwelt- und Naturlandschaft würden in großem Maß zerstört; die Belastung von Straßen und Versorgungsleitungen durch Verkehr und einer Verdopplung der Einwohnerschaft würde die Gemeinde und ihre Bewohner hochgradig belasten. Zudem sei das Projekt auf eine überdurchschnittlich zahlungskräftige Klientel ausgerichtet. „Für Familien aus der Gemeinde sind diese Grundstücke weder baulich noch finanziell zugeschnitten“, betont die Fraktion. Deshalb werde sie keine Zustimmung zu einem Bebauungsplan geben.
Zudem kritisieren die Kommunalpolitiker die fehlenden Informationen seitens der Verwaltung und des Investors gegenüber dem Gemeinderat Stedesdorf. Die von Bürgermeisterin Ilse Reineke versprochene Transparenz bei der Entscheidungsfindung suche die Wählergemeinschaft vergebens. „Wir werden bei dem Projekt immer wieder vor vollendete Tatsachen gestellt. Uns werden fertige Pläne vorgestellt, die offensichtlich in Abstimmung mit der Verwaltung ohne eine politische Legitimation durch den Rat entstanden sind“, so die Wählergemeinschaft. Eine demokratische Diskussion finde nicht statt. So sei der Gemeinderat im Vorfeld der Mai-Sitzung nicht über die Erweiterung der Nutzung durch Stellplätze für Wohnmobile, Wohnwagen und Tiny-Häuser unterrichtet worden.
Bereits die Vorstellung des ersten Entwurfs habe für erhebliche Irritationen und Verstimmungen in der Gemeinde gesorgt, heißt es in der Pressemitteilung. Die Bürgermeisterin habe vor der Politik und in der Bürgerbefragung stets betont, nichts von dem Vorhaben gewusst zu haben. Im Nachhinein und auf Nachfrage der Wählergemeinschaft habe sich aber herausgestellt, dass sich die Samtgemeinde- und die Kreisverwaltung seit längerem mit den Planungen befasst und mit Landeigentümern und anderen Beteiligten Gespräche geführt haben. „Es ist schwer vorstellbar, dass dies alles an unserer Bürgermeisterin vorbei gegangen sein soll“, so die Wählergemeinschaft. Offensichtlich halte Reinecke bewusst Informationen zurück, heißt es weiter.
Geplant wird das Projekt von der FloLimits GmbH & Co. KG. Deren Pläne sind für die Stedesdorfer Wählergemeinschaft jedoch nicht schlüssig. So gebe es keine Angaben zur Finanzierung des Projekts, „das sicherlich im deutlich zweistelligen Millionenbereich liegen wird“.
