WERDUM - Die beiden Clubzimmer im 'Freesenkroog' platzten aus allen Nähten. Der Kulturverein hatte zu einem weiteren Lichtbildervortrag von Erwin Peters eingeladen.

Die Resonanz übertraf mit 70 Personen alle Erwartungen und stellte damit die bisherigen Veranstaltungen in der Reihe 'Domaals in Weerm' klar in den Schatten. Für den erkrankten Kulturvereins-Vorsitzenden Rainer Hinrichs begrüßte Heimat- und Verkehrsverein-Vorsitzender Johann Pieper die Besucher aus nah und fern. 'Es herrscht ja ein Andrang wie beim Karneval in Köln', freute sich der Vorsitzende und dankte Erwin Peters für die arbeitsreiche Aufbereitung der vielen alten Fotos. Sein Dank galt aber auch den Familien, die diese Vortragsreihe zu Alt-Werdum durch ihr zur Verfügung gestelltes Bildmaterial erst ermöglicht haben.

Dann startete Erwin Peters mit seinen eindrucksvollen Bilderreihen: Alte, nicht mehr vorhandene, Gebäude wurden in Erinnerung gerufen. Besonders interessant war in einigen Fällen dabei die Gegenüberstellung ehemaliger und heutiger Gebäude. Arbeitsweisen aus der guten alten Zeit, wie Heu einfahren mit vielen Arbeitskräften, Milchkannentransport am Fahrrad, Hausschlachtungen, Richtfeste und mehr weckten tolle Erinnerungen. Viele ältere Besucher konnten dabei die Ausführungen von Erwin Peters ergänzen. Es entwickelten sich lebhafte Diskussionen, so dass der Referent sich erst wieder Gehör verschaffen musste. Im Mittelpunkt standen jedoch immer wieder die Personen aus Alt-Werdum. Namen wie Küster Graalmann, Johann Janssen ('Rucksack'), Jakob Coordes, Anton Gerdes (der singende Schmied), Schuster Reents, Johann Janssen ('Ooks'), die Bürgermeister Dirk-Wilhelm Janssen und Ferdinand Eden, Alt Janssen, Johann und Erich Onken, Malermeister Friedrich Eden, von Lehrern, Pastoren und vielen anderen mehr machten die Runde. Sie weckten bei vielen der Besucher Erinnerungen an frühere Feste, Umzüge, Ausflüge, Schul- und Konfirmationszeiten. Ein Foto stimmte etwas traurig. Es zeigte elf junge Männer auf einem Musterungsfoto aus dem Jahr 1940, nur drei von ihnen kehrten aus dem Zweiten Weltkrieg nach Werdum zurück. Nach zwei Stunden ging ein überaus unterhaltsamer Vortragsabend zu Ende, starker Beifall war der beste Lohn für den Referenten. HVV-Vorsitzender Johann Pieper sprach Erwin Peters ein dickes Lob aus und überreichte ein kleines Präsent.

Abschließend stellte Johann Pieper fest: 'Wir hatten bei der Vortragsreihe eine nicht geplante Unterbrechung.

Das soll sich nicht wiederholen. Zur nächsten Veranstaltung zum Thema ,Domaals in Weerm‘ soll im Herbst 2017 eingeladen werden. Die Foto-Schatzkiste von Erwin Peters gibt noch genug her.'