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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Stadtteile Eversten

Auch die feine Belle Epoque hat ihre Kanten

28.03.2017

Eversten Durch die Kreuzgänge von Gabriel Faurés Requiem bläst Johannes von Hoff viel frischen Wind. Damit stellt sich am Sonntagabend der Kantor in der ausverkauften Ansgarikirche (an der Edewechter Landstraße in Eversten) keineswegs in einen Widerspruch zum 1887 komponierten Hauptwerk des Franzosen. Die Belebung bricht sich ganz von innen heraus Bahn, zeigt sich nicht etwa in der Wahl flotterer Tempi oder größerer Klangwucht.

Fauré hat seine 40 Minuten dauernden sieben Messesätze nie selbst gehört. Er war zur Mitte seines Lebens (1845 - 1924) schon vollständig ertaubt. Die Musik hat er nur in seinem Inneren gespürt. Und es bewirkt den tiefen Eindruck des in der erweiterten Orchesterfassung von 1900 gespielten Werkes, dass aller Trost, alles Ausmalen eines entrückt-seligen Paradieses ganz aus dem Inneren kommt.

Das Collegium Vocale Hannover hat von Hoff diesmal mit seinem Oldenburger Kammerchor vereinigt, zwei hoch qualifizierte Ensembles. Sie fügen sich mit intonatorischer und rhythmischer Genauigkeit glücklich ineinander. Das Junge Sinfonieorchester Hannover füllt den farbigen Orchesterpart mit Hingabe, klarer Zeichnung und dynamischer Biegsamkeit aus. In dieser Partnerschaft wird aus Lyrik und Innigkeit nicht Weichheit, kein süßes Säuseln schleift Kanten ab. Die Solisten Francisca Prudencio (Sopran) und Samuel Hasselhorn (Bariton) fügen sich mit ihrem weitgehend vibratorfreien Gesang in diese Linie ein.

Das ist auch die Qualität, die das „Stabat Mater“ von Francis Poulenc prägt. In den zwölf kurzen Abschnitten gelingt in Ansgari eine optimale Synthese aus flüssiger Diktion und intensiver Detailgestaltung. Sehr dicht setzt Poulenc Tragik gegen Hoffnung. Musik der Belle Epoque (Fauré) und des Neoklassizismus (Poulenc) muss nicht weichgespült sein. Was eindringlich zu beweisen war.

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