Eversten - Zum großen Knall kam es vor 34 Jahren. Am 26. April 1986 explodierte nach einem Bedienfehler der Reaktor 4 des Atomkraftwerkes Tschernobyl (Ukraine) nahe der Grenze zu Weißrussland. „Unter den Folgen der radioaktiven Belastung nach dem Unglück leiden die Nachkommen der Bevölkerung noch heute“, weiß Ingrid Meyer aus Eversten. Sie ist die Vorsitzende der Oldenburger Tschernobyl-Kinderhilfe.
Zusammen mit ihrem Mann Gerold organisiert sie seit fast 16 Jahren Erholungsurlaube für immungeschwächte Kinder zwischen acht bis zwölf Jahren aus der Region Bychau (nördlich von Tschernobyl). Für die beiden vierwöchigen Freizeiten in diesem Jahr sucht das Paar wieder Gasteltern. Die erste Gruppe wird vom 19. Juni bis 15. Juli ihre Ferien hier verbringen, die zweite Gruppe vom 26. Juli bis zum 23. August. „Am besten ist es, wenn die Gasteltern zwei Kinder aufnehmen. Das hilft den kleinen Gästen auch, wenn es mal zu Heimweh kommt“, erklärt Ingrid Meyer.
Sprachliche Hürden ließen sich heute leicht mit digitaler Übersetzungstechnik auf dem Smartphone bewältigen, weiß die Vereinsvorsitzende aus Erfahrung. Einige Kinder hätten auch Deutsch in der Schule oder könnten etwas Englisch. „Ansonsten geht’s mit Händen und Füßen, vor allem aber mit Herz“, wirbt Ingrid Meyer für die Aufnahme der jungen Weißrussen. „Die Kinder sollen nicht nur Gäste sein, sie haben auch kleine Pflichten wie Abtrocknen oder Aufdecken zu erledigen. Genauso wie es die eigenen Kinder in der Familie machen.“
Wöchentlich werden gemeinsame Aktivitäten mit der Gruppe und den Gasteltern angeboten. Die Gastkinder sind durch die Tschernobyl-Kinderhilfe Oldenburg kranken-, haftpflicht- und unfallversichert; mehr Infos und Kontakt unter
