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NWZonline.de Region

Sollte Kind mit Ausbildungsbeginn Kostgeld zahlen?

19.07.2019

Fürth (dpa/tmn) - Wenn die Schulzeit gemeistert ist, starten viele Jugendliche in eine vergütete Ausbildung und werden sozusagen flügge. Mit dem monatlichen Einkommen fühlen sie sich richtig unabhängig. Meist ist das Salär doch um ein Vielfaches höher als das einstige Taschengeld.

Wenn der Nachwuchs noch zu Hause wohnt, stellt sich innerhalb der Familie die Frage: Sollte der Jugendliche jetzt Kostgeld zahlen? "Das ist abhängig von der Höhe der Vergütung, den finanziellen Bedingungen in der Familie und lässt sich nicht verallgemeinern", erklärt Dorothea Jung von der Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung.

Ist das Azubi-Gehalt allerdings hoch genug, macht es für die Pädagogin Sinn, eine monatliche Abgabe festzulegen. "So können Eltern ihren Kindern durchaus den Umgang mit Geld mit auf den Weg geben." Wenn Teenager alles nur für sich verpulvern, spüren sie nie, was etwa ein gefüllter Kühlschrank, die regelmäßig ratternde Waschmaschine oder Putzmittel so kosten und wie schnell 500 Euro weg sind. "Wenn sie den Umgang mit Geld nicht gelernt haben, wachen sie erst in der ersten eigenen Wohnung auf", so die Expertin.

Es gebe verschiedene Möglichkeiten, eine Kostgeldabgabe zu verabreden. So könne das Kindergeld als Zuschuss genutzt werden, schlägt Jung vor. Hat der Jugendliche einen weiten Weg zur Ausbildungsstätte, könne er auch die Fahrtkosten vom Einkommen zahlen, müsse dann daheim aber nichts mehr abgeben. Eine andere Variante sei, nun kein Taschengeld mehr zu zahlen.

Es gibt auch Beispiele, in denen Eltern das Kostgeld heimlich sparen und die Summe dem Nachwuchs dann zu einem späteren Zeitpunkt überreichen, etwa zum bestandenen Berufsabschluss. "Dann hatte die Kostgeld-Abgabe im Nachhinein eher einen symbolischen Wert und die Aufgabe, den Umgang mit Geld zu erlernen", sagt Jung.

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