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NWZonline.de Ratgeber Familie

Hospizkreis: Familien in schweren Zeiten entlasten

22.11.2017

Ganderkesee /Hude Die Betroffenheit ist noch größer, wenn es um Kinder geht, sagt Sina Bachmann. „Kinder haben ihr Leben noch vor sich, es ist unnatürlich, wenn sie früh sterben.“ Die Begleitung der Jüngsten und ihrer Familien sei eine besondere Aufgabe, die herausfordernd sein könne. „Die Familienbegleitung trauen sich nur einzelne zu“, berichtet die Koordinatorin des Hospizkreises Ganderkesee-Hude. „Einige haben auch gesagt, dass sie sich das emotional nicht vorstellen können.“

Zwei ehrenamtliche Hospizbegleiterinnen hat der Verein gezielt angesprochen und gefragt, ob sie sich diese Aufgabe zutrauen. Seit einigen Wochen schon erwerben die beiden Frauen eine entsprechende 120 Stunden umfassende Zusatzqualifikation beim Ambulanten Hospizdienst und Kinderhospizdienst Oldenburg. Mit diesem kooperiert der Hospizkreis Ganderkesee-Hude, da er die erforderlichen Auflagen der Krankenkasse nicht alleine erfüllen kann. „Wir sind dankbar, dass wir die Strukturen dort mitnutzen dürfen“, sagt die Koordinatorin. Nicht nur die Familien, auch die Ehrenamtlichen würden hier großartig unterstützt.

Bisher haben die Sterbebegleiter des Hospizkreises zwar Kinder betreut, die ein Familienmitglied verloren haben, aber erkrankte Kinder und ihre Familien hat der Verein bisher an andere Einrichtungen verwiesen. „Wir merken aber, dass der Bedarf in diesem Bereich größer wird und es ein großes Thema in den Gemeinden ist. Da würden wir gerne unterstützen“, sagt die 36-Jährige. Anfragen kämen häufig von Schulen und Sozialpädagogen. Nicht für alle Familien sei es möglich, Einrichtungen wie Trauerland in Oldenburg oder Bremen zu besuchen, manchmal fehle etwa einfach ein Auto.

Großes Engagement

Die Bereitschaft, sich im Hospizkreis zu engagieren, ist groß. 56 ehrenamtliche Sterbebegleiter zählt der Verein derzeit. Zusätzlich absolvieren gerade zehn Teilnehmer den rund 120 Stunden umfassenden Qualifizierungskursus zum Sterbebegleiter, den der Hospizkreis gemeinsam mit externen Dozenten anbietet. Und zwei weitere Ehrenamtliche haben sich schon für eine Zusatzqualifikation für die Familienbegleitung im kommenden Jahr angemeldet.

Die Sterbebegleiter, die zwischen Mitte 20 und 80 Jahre alt sind, betreuen derzeit 16 Betroffene. Die meisten Ehrenamtlichen sind Frauen. Vor rund einem Monat zählte der Verein 21 laufende Begleitungen, so viele wie noch nie. 33 Begleitungen hat der Hospizkreis in diesem Jahr bereits abgeschlossen.

Anders als bei der Sterbebegleitung Erwachsener, bei der der Betroffene im Fokus stehe, gehe es bei erkrankten Kindern um die Begleitung der gesamten Familie. „Das ist wie ein Mobile, das gut in Schwung ist. Aber wenn man einen Teil rausnimmt, gerät alles ins Wanken“, sagt Sina Bachmann. Dann bedürfe es manchmal neutraler Unterstützung.

Wenn sich eine Familie beim Hospizkreis meldet, gibt es zunächst ein Gespräch mit der Koordinatorin. Anschließend lernt die Familie die Ehrenamtlichen kennen. Familien werden von zwei Ehrenamtlichen betreut. „Sie arbeiten als Tandem, weil die Begleitung oftmals über Jahre geht“, erklärt Sina Bachmann.

Die Ehrenamtlichen betreuen nicht unbedingt das erkrankte Kind, sondern manchmal auch die Geschwister. Sie ermitteln ganz individuell den Bedarf, sowohl zeitlich als auch inhaltlich. Während einige vielleicht über ihre Trauer sprechen möchten, braucht ein Geschwisterkind oft einfach ein bisschen Aufmerksamkeit. Vielleicht fehlt der Familie die Zeit für Ausflüge. Dann gehen die Ehrenamtlichen mit den Geschwisterkindern Eis essen oder auf den Spielplatz. „Es kann auch sein, dass die Mutter sagt, dass sie einmal pro Woche zum Sport gehen möchte, um bei Kräften zu bleiben“, sagt die Koordinatorin. „Es ist schön, dass der Ehrenamtliche ohne feste Aufgabe kommt. Er muss nicht etwa Medikamente geben. Er guckt, wo der Bedarf ist.“ Ein Kind muss zudem nicht todkrank sein. Der Hospizkreis unterstützt auch, wenn etwa ein Kind an Krebs erkrankt ist und die Heilungschancen gut sind.

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Langsam starten

Der Verein will langsam mit der Begleitung von Kindern und ihren Familien starten. „Wir finden, das muss für alle leistbar sein und mit Erfahrung begleitet werden“, sagt die Koordinatorin. Der Hospizkreis sei mit vielen Kooperationspartnern vernetzt und hole sich dort bei Bedarf Unterstützung. Es sei wichtig, mit anderen Anbietern zu kooperieren, damit Eltern erfahren, wie viel Hilfe es gibt.

Sonja Klanke Redakteurin, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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