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NWZonline.de Ratgeber Familie

Medizin: Mehr Geburten – in weniger Kliniken

03.03.2020

Im Nordwesten Im Klinikum Oldenburg kamen im vergangenen Jahr erstmals mehr als 2000 Babys zur Welt. Mit 2014 lag die Zahl um 172 über der des Vorjahres. Ähnlich sieht es im St. Marien Hospital Vechta (1578, plus 94) und in anderen Häusern im Nordwesten aus.

Grund für den teils starken Zuspruch ist zum einen, dass die Zahl der Neugeborenen in den vergangenen Jahren gestiegen ist. Zum anderen wirkt sich der Wegfall mehrerer Geburtsstationen im Nordwesten aus. Vor einem Jahr schlossen die Geburtshilfen im katholischen Pius Hospital in Oldenburg, im Krankenhaus Wittmund und die in der Helios-Klinik in Nordenham.

Zudem gab es Engpässe in weiteren Häusern. Die Geburtshilfe des Josef Hospitals in Delmenhorst stand wegen interner Probleme im vergangenen Jahr nur mit Einschränkungen zur Verfügung. Weil es an Hebammen fehlt, musste das Emder Klinikum seinen Kreißsaal zeitweise schließen.

Allen Kliniken gemeinsam ist der Nachwuchsmangel. Hebammen werden dringend gesucht; zahlreiche Häuser können freie Stellen nicht oder erst verspätet besetzen.

Erster Jahrgang startet

Die Hoffnung der Verantwortlichen ruht auf der Akademisierung des Hebammenberufes. Im August beginnt an der Jade Hochschule in Oldenburg der erste Jahrgang. 35 Plätze stehen für angehende Hebammen – auch Männer können sich bewerben – zur Verfügung. Oldenburg ist damit – neben Hannover, Göttingen und Osnabrück – einer von vier Standorten in Niedersachsen. Die Hochschule entwickle derzeit ein Curriculum für Hebammenwissenschaft, berichtet Präsident Prof. Dr. Manfred Weisensee. Wo genau die Hochschule die angehenden Hebammen unterbringt, ist noch offen. Das Ministerium habe genehmigt, Räumlichkeiten explizit für diesen Studiengang anzumieten, so Weisensee. Mittelfristig ist geplant, die ehemalige Feuerwache an der Ecke Auguststraße/Ofener Straße in Oldenburg umzubauen und die Hebammen dort auszubilden.

Ziel des neuen Studiengangs ist es, das Berufsbild der Hebamme aufzuwerten. Die gestiegenen Anforderungen an den Beruf sollen sich in der Ausbildung widerspiegeln. Deutschland ist innerhalb der Europäischen Union Nachzügler: Andere EU-Mitgliedsstaaten bilden Hebammen bereits seit Jahren an Hochschulen aus. Ob mit der höheren Qualifizierung auch die Bezahlung steigt, ist noch unklar. „Das ist natürlich die große Hoffnung“, sagt Astrid Kruid, die Leiterin der Hebammenschule am Klinikum Oldenburg.

Mehr Hebammen

Hebamme Hilke Schauland aus Oldenburg erwartet positive Auswirkungen der Akademisierung auf die Versorgung. Bislang schließen landesweit etwa 80 Hebammen ihre Ausbildung ab. Künftig starten an den vier Standorten jeweils 35 Studienanfängerinnen. Damit könnten in einigen Jahren deutlich mehr als 100 Absolventinnen pro Jahr ins Berufsleben streben.

„Wir wollen jungen Leuten zeigen, dass es attraktiv ist, Hebamme zu werden“, sagt Prof. Dr. Eduard Malik, Chefarzt der Gynäkologie am Klinikum Oldenburg. Die Ausbildung an der Hochschule sei der erste Schritt. „Wir werden auch über Master-Studiengänge, Promotionen und Habilitationen nachdenken.“

Für das Klinikum Oldenburg bedeutet der neue Studiengang eine Zäsur. Die Hebammenschule besteht seit 1791 und ist damit eine der ältesten Schulen ihrer Art in der Bundesrepublik. Herzog Peter Friedrich Ludwig brachte die Mittel für die Ausbildung aus eigener Tische auf, heißt es in der Schulchronik.

Die Anfänge lagen im Haus der Stadthebamme an der Staustraße: dieses beherbergte nicht mehr als acht bis zehn Schülerinnen. 1901 entstand ein Neubau an der Kanalstraße. 1959 wurden Frauenklinik und Hebammenschule an die städtische Klinik in Kreyenbrück angegliedert. 20 junge Frauen beginnen dort jedes Jahr ihre Ausbildung.

Schulleiterin Astrid Kruid ist trotz der stolzen Geschichte nicht unglücklich darüber, dass die Ausbildung ausläuft. „Zumal das Klinikum Ausbildungsbetrieb für die Studentinnen wird und die Tradition damit weitergeht“, blickt Astrid Kruid nach vorn.

Grafik zum Thema als PDF.

Christoph Kiefer Chefreporter / Reportage-Redaktion
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