Im Nordwesten - René Pliester hat selbst festgestellt, wie angespannt der Wohnungsmarkt für Studierende in Oldenburg ist. Der 27-Jährige ist 2014 aus Ostfriesland zum Studieren nach Oldenburg gekommen und hat eine Wohngemeinschaft mit zwei Freunden gegründet. Nach viereinhalb Jahren wurde die WG aufgelöst, weil die Freunde in andere Städte zogen – und der Mathematikstudent musste sich eine neue Bleibe suchen. Das war eine Herausforderung. „Ich bin dann bei einem Freund untergekommen. Aber das war auf Dauer einfach zu eng.“
In Stadtnähe
Als er die Anzeige von Conny Gebhardt gesehen hat, die ein Zimmer in ihrem Haus zur Untermiete anbot, nutzte er seine Chance und bewarb sich – so wie rund 50 andere Menschen. René Pliester hat das Zimmer bekommen. Diese Alternative zur normalen Studenten-WG sei für ihn eine tolle Möglichkeit, günstig in Stadtnähe zu wohnen.
In Oldenburg ist das Angebot an Mietwohnungen im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken, berichtet die Oldenburger Maklerfirma (IVD) Fritz Wübbenhorst in ihrem Immobilienmarktbericht 2023. Gleichzeitig sind die Mietpreisforderungen deutlich gestiegen. Das stellt junge Leute vor eine große Herausforderung, wenn es darum geht, eine Wohnung auf dem freien Markt zu finden. Und wer ein Appartement in einer der Wohnanlagen des Studentenwerkes Oldenburg ergattern möchte, muss sich gerade bei Einzelappartements auf mehrere Monate Wartezeit einstellen, sagt Mats Janßen vom Studentenwerk.
Auch im Raum Vechta sind Wohnungen für kleines Geld Mangelware. Gerade zum Semesterwechsel sei die Situation am Vechtaer Wohnungsmarkt oft angespannt, sagt Martina Marek, Leitung der Abteilung Studentisches Wohnen beim Studentenwerk Osnabrück.
Hilfe anbieten
Für René Pliester, ein ruhiger junger Mann mit freundlichem Lächeln, ist das Zusammenwohnen mit der Seniorin ein Gewinn. Er kann das ganze Haus nutzen, es gibt einen Balkon, zwei Terrassen hinter dem Haus, ein großes Esszimmer und vieles mehr. „Wenn ich mich mit Freunden treffen will, lade ich sie hier her ein, denn hier ist einfach genug Platz.“ Auch seine Freundin kommt an den Wochenenden gern vorbei – im Haus von Conny Gebhardt ist sie ein gern gesehener Gast.
Eine reine Zweck-WG ist die Wohngemeinschaft an der Oldenburger Stadtgrenze nicht. Wenn René Pliester das Haus verlässt, verabschiedet er sich, und wenn er zurückkommt, sagt er Bescheid. Ab und zu essen die beiden zusammen und der Student fragt auch gerne, ob seine Hilfe gebraucht wird. „Das versteht sich für mich einfach von selbst.“
