OLDENBURG - Als Faustball-Fan durfte Ulrich Meiners am Sonnabend über die Halbfinal-Niederlage der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land enttäuscht sein. Als Präsidiumsmitglied des Weltverbandes und exzellenter Kenner seines Sports musste der 54-jährige Ahlhorner die Endspiel-Paarung Brasilien gegen Österreich eigentlich erwarten. „Es spiegelt das Leistungsvermögen im Faustball wider. Die deutsche Mannschaft hat gut gespielt, reicht aber im Moment nicht an diese beiden Länder heran“, bilanzierte der Chef der Bundesliga. „Eigentlich kam die WM für uns zum falschen Zeitpunkt.“ Platz drei sei daher aller Ehren wert.

Die deutsche Nationalmannschaft befindet sich im Umbruch. Junge Spieler rücken nach, konnten aber noch nicht die Leistungsfä-higkeit garantieren, um den Erwartungen bei einer Heim-WM gerecht zu werden. „Ich glaube, dass es richtig war, auf Nummer sicher zu gehen, und auf Routiniers wie Martin Becker und Niels Pannewig zu setzen“, sagt Meiners. Eine Pleite für Deutschland im eigenen Land wollte niemand riskieren.

Fatalerweise findet auch das nächste Großereignis in Deutschland statt. Stuttgart-Stammheim wird im Juli 2008 die Europameisterschaft ausrichten. „Dann müssen die Nachwuchskräfte ran – auch auf die Gefahr hin, die hohen Erwartungen nicht zu erfüllen“, stellt Meiners fest.

Als langjähriger Spieler und Trainer erfreute sich der Ahlhorner am guten Niveau des Weltturniers. Zwar hätten sich wieder mal die großen Vier durchgesetzt, „aber die Argentinier haben denen schon mächtig zugesetzt.“ In einem begeisternden Spiel am Freitagabend in Wildeshausen hatten sie dem Rivalen Brasilien einen Satz abgenommen. „Natürlich lebte die ganze WM von der tollen Stimmung. Das hat den meisten Mannschaften einen zusätzlichen Kick gegeben“, bilanziert Meiners. „Die Endrunde war ein Gewinn für alle Faustball-Freunde, und die, die es vielleicht jetzt werden.“