OLDENBURG - Österreich ist zum ersten Mal Faustball-Weltmeister. In einem überraschend einseitigen Finale am Sonntagnachmittag vor 8000 Zuschauern im Oldenburger Marschwegstadion entthronte das Team von Trainer Ernst Almhofer Titelverteidiger Brasilien mit 3:0 (20:15, 20:8, 20:11). Damit wurde der Geheimfavorit mit dem überragenden Angriffsgespann Martin Weiss und Klemens Kronsteiner seiner Rolle gerecht und brach die bisherige Siegesserie von Deutschland (bis 1999) und Brasilien bei Weltmeisterschaften. Seine Mannschaft und knapp 100 österreichische Schlachtenbummler feierten den bisher größten Erfolg ausgelassen.
Österreich war bei der 12. Endrunde in vier niedersächsischen Städten die dominierende Mannschaft. Das Team präsentierte sich an den sechs Spieltagen in einer herausragenden Verfassung und trat jederzeit mit bedingungslosem Siegeswillen an.
Das hatte am Sonnabend auch die deutsche Mannschaft zu spüren bekommen, die im Halbfinale ebenfalls mit 0:3 bezwungen wurde. Im Spiel um Platz drei setzte sich am Sonntagmittag die Auswahl von Trainer Olaf Neuenfeld gegen die Schweiz mit 3:1 (20:18, 17:20, 20:14, 20:11) durch und sicherte sich damit die Bronzemedaille.
„Es ist ein unglaublich wichtiger Sieg. Es wäre schließlich die erste WM gewesen, bei der Deutschland keine Medaille gewonnen hätte“, sagt Neuenfeld erleichtert, dem die Anspannung während des Spiels zu jeder Sekunde anzusehen war.
Österreich präsentierte bei der WM nicht nur den besten Angriff, sondern auch die mit Abstand stärkste Abwehr. Im Finale wirkten die sonst so spielstarken Brasilianer, die sich ein knappes halbes Jahr auf die Spiele vorbereitet hatten, mit zunehmendem Verlauf wie ein Trainingspartner. Nur bis zum 9:10 im ersten Satz war das Team von Trainer Gastao Englert noch dran.
Danach entschärfte die österreichische Abwehr fast jeden brasilianischen Angriffsball. Meistens sorgte Weiss, der in Halbfinale und Finale zum Spieler des Spiels gekürt wurde, für den schnellen Punkt. Lange Ballwechsel der beiden deutlich stärksten Mannschaften des Turniers blieben nach dem ersten Satz selten.
