OLDENBURG - Ein X für ein U vormachen lässt sich kein gewiefter Faustballer. Aber ein M für ein U, das geht. Das hängt von der Grundaufstellung der Mannschaften ab, die bei der Weltmeisterschaft antreten. Am Dienstag stellen sich in der Vorrunde im Oldenburger Marschwegstadion alle zwölf Teilnehmer vor.

Wer die Vor- und vor allem Nachteile der M-Formation sehen möchte, muss sich die schwächeren Nationen vornehmen. „Die U-Aufstellung hat sich durchgesetzt“, erklärt Bundestrainer Olaf Neuenfeld. Aber er vermutet: „Taiwan, Japan oder die USA könnten durchaus ihren Mittelspieler nach vorn ziehen.“

In diesem Falle bilden die fünf Spieler ein M: Vorn stehen rechts und links die beiden Angreifer, etwas zurück in der Mitte der Zuspieler, hinten zwei Abwehrspieler. Durch Linien verbunden, ergibt sich der Buchstabe.

Längst gilt dieses System als antiquiert. Der zuspielende Mittelspieler ist auch heftig in der Abwehr gebunden. Vorn steigt die Gefahr, dass er den Ball ohne Aufticken direkt aus der Luft nehmen muss. Da geht die Genauigkeit flöten. Also zieht nicht nur Neuenfeld seinen Mittelspieler ganz nach hinten. Das ergibt jenes U.

Natürlich erfordert diese Position viel Dynamik und Antrittsschnelligkeit, um den länger gewordenen ungeschützten Raum abzuschirmen. Für Neuenfeld ist aber eines noch wichtiger: „Wer dort spielt, muss das Spiel lesen können!“ Will heißen: „Er muss ahnen, was der Gegner vorhat. Ist der Ball geschlagen, ist es für andere Reaktionen meistens zu spät.“

Jan Pannewig und Jan Hoffrichter genießen für diese kritische Position das Vertrauen des Bundestrainers. Der 32-Jährige und der 27-Jährige spielen bei Westfalia Hamm. Dort besetzen sie, da es nur einen Mittelspieler gibt, ab und an auch andere Rollen. Dem taktischen Verständnis ist das durchaus dienlich.

Taktisch hat der Bundestrainer einige Varianten in der Hinterhand. Da im Faustball nicht der erste und dritte Ball vom gleichen Akteur gespielt werden darf, zieht der Gegner gern den ersten Angriff auf den Hauptangreifer im anderen Feld, um ihn aus dem Angriff zu drängen. „Wir haben vier Hauptangreifer“, kontert Neuenfeld. „Bei uns schlägt dann der andere Angreifer einfach ebenso gut.“

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