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NWZonline.de Nachrichten Kultur Medien

Als Hotelier um den Globus geflogen

12.08.2015

München Zehn Jahre lang reiste Schauspieler Christian Kohlund als TV-Hotelmanager von einem Urlaubsparadies ins nächste. Nach dem Aus der ARD-Reihe „Das Traumhotel“ – trotz stabiler Quoten von rund fünf Millionen Zuschauern – widmete sich der vielbeschäftigte Fernsehstar kurzerhand neuen Projekten: Im Münster-„Tatort“ spielte er jüngst den schwulen Onkel von Professor Boerne (Jan Josef Liefers) und in „Borcherts Fall“ stand er als Anwalt vor der Kamera. Am 17. August wird der Frauenschwarm mit der sonoren Stimme 65 Jahre alt.

Myanmar, Kapstadt oder die Seychellen – für seine Rolle als Hotelier Markus Winter in „Das Traumhotel“ ist Kohlund rund um den Globus geflogen. Nach zehn Jahren war Schluss, vergangenen Herbst sendete die ARD die letzte Folge der Reihe. „Natürlich hat das Spaß gemacht, weil ich die ganze Welt sehen konnte“, sagte Kohlund kürzlich. Zu viel Wehmut ließ er jedoch nicht aufkommen: Er habe sich schließlich nie auf eine Rolle festnageln lassen wollen. „Ich bin ja Schauspieler geworden, um möglichst viele verschiedene Rollen zu spielen.“

Das ist ihm im Laufe seiner mehr als 40-jährigen Karriere gelungen – auf der Bühne und auf dem Bildschirm. Neben der Figur des Hotelmanagers gehört wohl die des Professor Vollmers in der „Schwarzwaldklinik“ zu seinen bekanntesten Rollen.

Immer wieder damit in Verbindung gebracht zu werden, gehört für Kohlund dazu. Das Publikum habe ein Recht darauf, solche Formate zu sehen, sagte er im vergangenen Herbst. „Natürlich gab es die Feuilletons, die die Nase gerümpft haben über ein solches Format. Heute ist es Kult. Ich war halt dieser junge Schweizer mit dem Lockenschopf.“

Dabei hatte Kohlund nicht unbedingt eine TV-Karriere angestrebt, als er in Wien am Max-Reinhardt-Seminar studierte. In Basel geboren, stammt er aus einer Schweizer Künstler- und Schauspielerfamilie, zu deren Freunden Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt zählten. Als Bub stand er schon an der Seite seines Vaters auf der Bühne und hatte erste kleine TV-Rollen. Gerade in den 70er und 80er Jahren stand er in klassischen Stücken auf der Theaterbühne, unter anderem in Zürich, Wien, Berlin, Hamburg und München.

Dann kam „Die Schwarzwaldklinik“, und Kohlund wurde zum TV-Star und Frauenschwarm.

Und wie verbringt der zweifache Vater und Familienmensch die Zeit zwischen den Dreharbeiten? Am liebsten beim Golfspiel oder mit Fotografieren.

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