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NWZonline.de Nachrichten Kultur Medien

Filmgeschichte: Der Mann, der Alexis Sorbas tanzen ließ

29.07.2020

Athen Kein anderer konnte bislang so originell die griechische Mentalität musikalisch interpretieren und weltweit bekannt machen. Aber Mikis Theodorakis ist nicht nur Komponist, Musiker und Dirigent. Er war Widerstandskämpfer und Politiker. Wenn etwas in Griechenland passiert, dann wollen alle auch seine Meinung hören. Er ist eben der „Mikis“ aller Griechen. Und an diesem Mittwoch wird er 95 Jahre alt.

Öffentliche Auftritte absolviert er nicht mehr – aber auf seiner Homepage kommentiert Theodorakis das Geschehen. Als die Corona-Pandemie ausbrach, kritisierte er scharf die Regierung in Athen, weil sie zunächst vergessen hatte, den arbeitslos gewordenen Musikern mit Zuschüssen unter die Arme zu greifen.

Mit seinem Soundtrack für den Film „Alexis Sorbas“ (1964) hat Theodorakis die Musik komponiert, die für viele die heimliche griechische Nationalhymne ist. Doch die Jahre sind vergangen.

Die legendären Auftritte des fast zwei Meter großen Mannes sieht man nur noch in alten Filmen oder Videos. Theodorakis, der verheiratet ist, Vater von Tochter und Sohn sowie Großvater von vier Enkeln, bleibt die meiste Zeit in seinem Haus unterhalb der Akropolis von Athen und verfolgt von dort die Ereignisse.

Theodorakis wurde am 29. Juli 1925 auf der Insel Chios geboren. Zur Musik kam er durch einen alten Film über Beethoven. „Ich sah den Film zusammen mit meinem Vater. Ich war fasziniert“, erzählte er in einem Interview eines griechischen Fernsehens. „Ich bat meinen Vater, der beruflich nach Athen fuhr, mir alles zu bringen, was er in der Hauptstadt über Musik finden konnte. So fing es an.“ Später studierte er Musik in Athen.

Im Widerstand aktiv

Während des Zweiten Weltkrieges schloss er sich dem kommunistisch dominierten Widerstand an. Beim Bürgerkrieg (1947-1949) schlug er sich auf die Seite der Linken. Er wurde in die Verbannung geschickt und gefoltert.

Als Komponist wurde Theodorakis Anfang der 1960er Jahre weltbekannt – mit der Musik zu „Alexis Sorbas“, dem Film von Michael Cacoyannis mit Anthony Quinn in der Titelrolle. Danach ging er wieder in den Widerstand. Diesmal gegen die Obristenjunta in Griechenland (1967-1974). Seine Musik wurde in seiner Heimat verboten.

Theodorakis wurde festgenommen. Nach internationalen Protesten konnte er das Land verlassen – und lebte bis 1974 im Pariser Exil. Nach der Wiederherstellung der Demokratie 1974 kehrte er in seine Heimat zurück.

Politisch wechselhaft

In seiner politischen Ausrichtung war Theodorakis nicht zu greifen: Erst war er Abgeordneter der Kommunisten, später gar Minister der konservativen Partei. Als diese ihn enttäuschte, näherte er sich den Sozialisten an. 2015 unterstützte er Alexis Tsipras. Als dieser im Sommer 2015 einem harten Sparprogramm als Voraussetzung für EU-Mittel zur Rettung des Landes vorm Bankrott zustimmte, brach Theodorakis mit ihm.

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