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NWZonline.de Nachrichten Kultur Medien

Ausblick: Großer Aufwand und hohe Erwartungen

02.10.2017

Berlin Die Erwartungen an „Babylon Berlin“ sind hoch. Endlich die ganz große Fernsehserie aus Deutschland. Eine, die international mithalten soll, der Beginn einer neuen Ära. Sie ist mit 38 Millionen Euro rekordverdächtig teuer. „Babylon Berlin“ ist eine Bestsellerverfilmung. Die Krimis von Volker Kutscher haben viele Fans. Ihnen sind die Figuren und Geschichten aus dem 20er- und 30er-Jahre-Berlin ans Herz gewachsen.

Ist die Serie gut geworden? Um es kurz zu machen: Ja. Aber sie funktioniert nicht, wenn man beim Fernsehen bügeln will. Man muss aufpassen und das Handy ein paar Stunden beiseite legen. Dann hat „Babylon Berlin“ den Sog, den Serienliebhaber so mögen.

Volker Bruch („Unsere Mütter, unsere Väter“) als Kommissar Gereon Rath: Die Besetzung passt. Die Figuren der Serie haben bis in die Nebenrollen Tiefgang. Charlotte Ritter (Liv Lisa Fries), die aufstrebende Sekretärin, ist eine Frauenfigur mit hohem Sympathiefaktor. Ebenfalls stark: Peter Kurth als undurchsichtiger Partner von Gereon Rath oder in den Nebenrollen Fritzi Haberlandt als Pensionswirtin und Jördis Triebel als Ärztin.

Um das Schwergewicht von Serie zu stemmen, haben sich Sky und das Erste erstmals zusammengeschlossen. Am 13. Oktober starten zwei Staffeln im Bezahlfernsehen. erst ein Jahr später läuft „Babylon Berlin“ in der ARD. Das stößt auf Kritik.

Der Aufwand bei „Babylon Berlin“ war gewaltig. Hunderte Statisten wurden gesucht, im Studio Babelsberg extra Kulissen gebaut – die „Neue Berliner Straße“. Kostümbildner, die Maske, Tänzer und Musiker tobten sich aus: Die Serie sieht gut aus und hat einen tollen Sound. Die drei Regisseure, Tom Tykwer, Henk Handloegten und Achim von Borries, haben den Berlin-Mythos geschickt umgesetzt und einiges aus dem Buch geändert. Der Schnodderton der Stadt ist gut getroffen.

Die Serie kann an die sechs Staffeln lang werden, die dritte soll nächstes Jahr entstehen. Kutscher hat sechs Bücher geschrieben, er plant bis zum Jahr 1938. „Babylon Berlin“ beginnt im Jahr 1929 mit dem ersten Band „Der nasse Fisch“, der in den zwei Staffeln mit 16 Folgen erzählt wird. Kommissar Rath verschlägt es aus Köln nach Berlin zur Sittenpolizei. Er bekommt es dort mit einem Pornoring zutun – und muss erst noch seine Rolle bei den neuen Kollegen finden.

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