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NWZonline.de Nachrichten Kultur Medien

Ausblick: Über Beziehungsgeflechte im Gefängnis

09.10.2018

Berlin Viele Menschen üben ihren Beruf gern aus, auch wenn sie mal überfordert sind. Doch ein völlig unerwartetes Ereignis kann einen vollkommen aus der Bahn werden. So ergeht es einer Beamtin, die auch danach weiter arbeiten will und muss. Das Drama „Angst in meinem Kopf“, das an diesem Mittwoch (20.15 Uhr) im Ersten zu sehen ist, erzählt davon.

Ein Männergefängnis in Hannover: Sonja Brunner (Claudia Michelsen) arbeitet dort als JVA-Vollzugsbeamtin. Sie ist mit dem Romanautor Jens (Matthias Koeberlin) verheiratet und verdient nahezu allein das Geld für die Familie, zu der auch Jens’ Tochter Iris (Ruby M. Lichtenberg) gehört. Eines Tages wird sie vom Häftling Zeuner (Ralph Herforth) bei einem Ausbruchversuch als Geisel genommen, ehe er überwältigt wird.

Sonja wechselt daraufhin in eine etwas weiter entfernte Anstalt und zwingt die Familie zu einem Umzug nach Rosdorf. Sie fasst Zutrauen zum Kollegen Feininger (Marco Hofschneider) – und auch zum mehrfachen Mörder Sturm (Charly Hübner). Der Insasse Thiel (Torsten Michaelis) lässt sie – für dringend benötigtes Geld – kleine verbotene Dienste verrichten. Richtig gefährlich wird es, als Zeuner ausgerechnet an Sonjas neue Arbeitsstätte verlegt wird.

Regisseur Thomas Stiller (57) hat das Drehbuch zu seinem beklemmenden Film über Beziehungsgeflechte im Knast und in der Familie selbst geschrieben und glaubhaft besetzt. Claudia Michelsen (49, „Polizeiruf 110“) überzeugt als zutiefst verlorene, aber auch ziemlich traumatisierte Frau, die physisch und psychisch verletzt worden ist und das Erlebte mühsam zu verdrängen sucht. Michelsen erreicht mit bedrohlichem Flüstern, sparsamen Gesten und eindringlichen Blicken, dass ihr keiner zu nahe kommt, weder von der Familie noch von Kollegen. Die Frage bleibt, warum sie sich beruflich so überschätzt und sich nicht in ein Frauengefängnis hat versetzen lassen und warum sie zur Bewältigung des Erlebten keine professionelle Hilfe in Anspruch nimmt.

Matthias Koeberlin (44, „Die Toten vom Bodensee) hat als eher erfolgloser Künstler den undankbareren Part, der sich zumeist in besorgten Nachfragen erschöpft. Er bewältigt seine Rolle als zunehmend überforderter Ehegatte aber ähnlich gut wie seine Kollegin. Allerdings kann er im Film auch nicht verhindern, wie sie sich heillos in korrupte Machenschaften verstrickt.

„Ich fand es spannend zu gucken, wie Sonja Brunner nach diesem absolut gewalttätigen Erlebnis versucht, ihr Leben wieder auf die Reihe zu bekommen“, sagte Regisseur Stiller in einem ARD-Interview. „Das sind Sachen, die sind für den normalen Menschen unfassbar. Aber dann passieren sie doch; es kann uns allen passieren. Da muss man sich nicht zu sicher fühlen. Wenn sich Situationen im Leben ändern, kann es für alle aus dem Ruder laufen.“

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