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NWZonline.de Nachrichten Kultur Medien

Fernsehen: Karla Lorenz riskiert politische Integrität

05.11.2020

Berlin Nach Einsätzen in Tunis und Manila arbeitet „Die Diplomatin“ Karla Lorenz in Prag. Hier steht plötzlich ihre politische Integrität auf dem Spiel. Hat Lorenz einem Ministeriumsmitarbeiter ein falsches Alibi gegeben? Mit dem Wagen des Mannes wurde ein tödlicher Unfall verursacht. Die Botschafterin versucht den Verdacht auszuräumen und zugleich ein millionenschweres Forschungsprojekt vor der Pleite zu retten. Die fünfte Folge der Reihe „Die Diplomatin“ mit Natalia Wörner in der Hauptrolle läuft am Samstag im Ersten.

Arbeitsessen mit Folgen

Ein junger Motorradfahrer wird in Prag von einem Wagen gerammt und getötet. Der Unfallfahrer flüchtet unerkannt. Später stellt sich heraus: Das Auto gehört einem Ministeriumsmitarbeiter. Und mit diesem saß die deutsche Botschafterin Karla Lorenz (Natalia Wörner) an jenem Abend beim Arbeitsessen. Kann Daniel Stokr (Stipe Erceg) am Steuer gesessen sein? Lorenz gibt ihm ein Alibi. Doch Kommissar Horava (Alexander Beyer) hat Zweifel.

Campus wirft Fragen auf

Während die Ermittlungen laufen, besucht Lorenz ein Prestigeprojekt der Bundesrepublik mit Tschechien: einen Technologie-Innovations-Campus. Es geht um Künstliche Intelligenz im Medizinbereich. Hier hat Deutschland viel Geld investiert, davon profitiert ein junges Start-up. Beiläufig erfährt die Botschafterin, dass es hinter den Kulissen brodelt. Irgendetwas scheint man ihr verheimlichen zu wollen. Wie hängen die Ungereimtheiten auf dem Forschungscampus mit der Unfallflucht zusammen? Stokr macht Lorenz Avancen, der Kommissar bleibt misstrauisch und das Unfallopfer ist ausgerechnet der Sohn eines Polizisten. Wem kann Lorenz vertrauen? Zumindest einer steht loyal an ihrer Seite: ihr Mitarbeiter Nikolaus Tanz (Jannik Schümann).

Regisseur Roland Suso Richter inszeniert den Politkrimi in Prag und baut gekonnt die Spannung auf – bis zur überraschenden Wende. Und zum Schluss gibt „Die Diplomatin“ auch ihrem Privatleben wieder Raum. Die ARD-Reihe verbindet politische Inhalte mit Krimi-Elementen und persönlichen Beziehungen. „Der Politikbetrieb wird so aufs Menschliche heruntergebrochen“, findet Natalia Wörner. Die Möglichkeiten, die KI bietet, seien bedenklich. Etwa, wenn es um persönliche Daten im Internet geht. „Wer hat die Kontrolle?“ Zukunftsfragen, die „Die Diplomatin“ auf spannende Weise aufwirft.

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